Digitale Transformation sorgt für resilientere Unternehmen

Paddy Srinivasan erläutert in diesem Artikel, wie Unternehmen resilienter für weitere Wirtschaftskrisen werden. Die Erkenntnisse aus den vergangenen Jahren haben gezeigt, dass die Digitalisierung und vor allem auch die Fernarbeit verschiedener Prozesse ein wichtiger Faktor dafür ist, widerstandsfähiger gegen Pandemien, Kriege und andere wirtschaftliche Herausforderungen zu werden, um die Arbeit im Unternehmen aufrecht zu erhalten.

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2. November 2022

Pandemien, Umweltkatastrophen, Inflation, Kriege und Wirtschaftskrisen: Unternehmen und Märkte waren in den vergangenen Jahren vielen Herausforderungen gegenübergestellt und mussten stets flexibel auf die äußeren Einflüsse reagieren, um handlungsfähig zu bleiben und ihre Mitarbeiter zu halten. Die Verlagerung zu Remote- und Hybrid-Arbeit und Abkehr von papier- und präsenzbasierten Prozessen während der Covid-19-Pandemie ist wahrscheinlich das beste Beispiel für diese Flexibilität. Gleichzeitig haben die Unternehmen aber auch festgestellt, dass viele Prozesse – vor allem diejenigen, die noch vor Ort oder auf Papier ablaufen – noch nicht ausreichend digitalisiert sind, um den Geschäftsbetrieb in einem derart veränderten Umfeld effizient aufrechtzuerhalten. Dazu gehört auch der Wandel von klassischer Hardware wie Telefon und stationärem PC zu VoIP-Technologien, Laptop und Mobilgeräte, um die Kommunikation auch remote weiter aufrecht zu erhalten.

Der Wechsel in die Cloud war ein wichtiger Schritt auf dem Weg der Unternehmen zur digitalen Transformation, da sie sich an unsichere Zeiten besser anpassen können. Eine aktuelle Umfrage von GoTo ergab, dass die Befragten neben der Erstellung von Business-Continuity-Plänen (36 Prozent) und der Vorhaltung monetärer Rücklagen für mindestens drei Monate (35 Prozent) es für ebenso wichtig halten, den Technologiebedarf neu zu bewerten und eine IT-Konsolidierung in Betracht zu ziehen (37 Prozent), um ein Unternehmen widerstandfähiger in Krisenzeiten zu machen. Dazu gehört auch Remote-Zugriffsmöglichkeiten, um die Fernarbeit langfristig zu rationalisieren.

Resilienz als ausschlaggebender Wirtschafts-Faktor

Diese Initiativen zur digitalen Transformation sind wichtig, aber die Durchführung dieser Änderungen sorgen oft für mehr Arbeit im IT-Team. Eine weitere Umfrage von GoTo und Frost & Sullivan zeigt, dass ein Großteil der Befragten der Meinung ist, dass Administratoren in Unternehmen entlastet werden müssen (84 Prozent). Um diese Belastung zu mindern, investieren die meisten deutschen Unternehmen in neue Tools oder Upgrades ihrer Remote-Infrastruktur. Dazu gehören vor allem cloudbasierte Videokonferenzsysteme (35 Prozent), Remote Helpdesk-Lösungen (30 Prozent) und Projektmanagement-Tools (27 Prozent). Darüber hinaus investiert jedes vierte Unternehmen (25 Prozent) in die Konsolidierung seine Tech-Stacks, um den Betrieb und die Benutzerfreundlichkeit mehrerer Anwendungen zu optimieren, denn bislang eingesetzte Lösungen erfüllen nicht die Anforderungen. Die Konsolidierung mehrerer Anwendungen in einer einheitlich zu verwaltenden Lösung ist ein wichtiger Aspekt, um die Ressourcen in den IT-Teams so gering wie möglich zu halten. In unsicheren Zeiten wie den aktuellen sind die passenden Technologien und digitalisierte Prozesse nahezu unerlässlich und müssen bei Investitionsentscheidungen an erster Stelle stehen. Das gilt vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs), die oft nur über eingeschränkte personelle und finanzielle Mittel verfügen.

Remote-Strukturen langfristig planen

In Anbetracht potenzieller neuer Hindernisse ist jetzt ein wichtiger Zeitpunkt für Unternehmen, ihre technischen Systeme mit nachhaltig eingesetzten Collaboration- und Remote-Support-Anwendungen umzurüsten. Als die erste Covid-19-Welle im Jahr 2020 zuschlug, waren viele Unternehmen – vor allem kleine und mittelständische – gezwungen, schnell Anwendungen für die Fernarbeit einzuführen. Dabei handelt es sich jedoch vor allem bei KMUs mit kleineren Budgets oft um unpassende Technologien, die nur als Übergangslösungen gedacht waren. Diese ließen sich nicht effektiv in die vorhandenen Anwendungen integrieren. Damit sich dies nicht wiederholt und die Bedürfnisse der Mitarbeiter, die weiterhin aus der Ferne arbeiten möchten, besser erfüllt werden, sollen Unternehmen gerade jetzt ihre Technologie überprüfen und neu bewerten sowie in Cloud-basierte, skalierbare Lösungen investieren. Denn es gilt in der aktuellen Arbeitswelt, die eigenen Lösungen besser an die Anforderungen der dauerhaften Fernarbeit anzupassen. Schließlich ist der Wandel zu Cloud-basierten Lösungen bereits in vollem Gange und eine Remote-Infrastruktur wird in Zukunft notwendig sein, um neue wichtige Tools nutzen zu können und Mitarbeiter zu halten.

Erhöhung der Netzsicherheitsstandards

Da die meisten Unternehmen heute auf verschiedene Netzwerke im ganzen Land oder sogar auf der ganzen Welt angewiesen sind, wenn sie aus der Ferne arbeiten, ist die Sicherheit noch wichtiger geworden. Zero-Trust-Sicherheitsprotokolle bieten einen starken Schutz gegen Angriffe von außen und sogar gegen böswillige Aktionen von innen, indem sie sicherstellen, dass Netzwerkendpunkte einem Benutzer niemals blind vertrauen. Stattdessen muss ein Benutzer immer seine Identität überprüfen, bevor er Zugriff auf vertrauliche Informationen erhält oder ein anderes Gerät fernsteuert. Andere, traditionellere logische Zugriffskontrollen wie die Multifaktor-Authentifizierung (MFA) oder Tools zum Schutz des Netzwerkrands spielen ebenfalls eine wichtige Rolle beim Schutz von Daten und minimieren die Bedrohungen durch externen Zugriff oder nicht autorisierten Netzwerkverkehr.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der leichter zu verwaltenden IT-Sicherheit ist die Konsolidierung von Software auf einer einheitlichen Plattform. Dadurch können IT-Teams Einstellungen für alle Geräte oder Gerätegruppen gemeinsam vornehmen, anstatt alle Tools und Geräte einzeln zu verwalten. Wenn ein Helpdesk-System gut integriert ist, müssen sie außerdem nicht zwischen Kommunikations- und Fernverwaltungssoftware für die Benutzerunterstützung wechseln. Wichtig ist außerdem ein kontinuierliches Backup und 24-Stunden-Monitoring des Netzwerkverkehrs samt aller Cloud-Anwendungen. Dadurch lassen sich Fremdzugriffe schnell erkennen und Daten bei einem Data Breach schnell wiederherstellen und die Mitarbeiter unabhängig vom Standort schnell weiterarbeiten können.

Unternehmen sollten in die eigene Resilienz investieren

Die weltweiten Ereignisse der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass Unternehmen besser vorbereitet sein müssen, um ihre Geschäftskontinuität zu erhalten. Laut einer weiteren GoTo-Untersuchung halten sich 68 Prozent der befragten Unternehmen in Deutschland für resilient genug für weitere Krisen. Ein wichtiger Aspekt dabei ist vor allem die Investition in Technologien, die rationeller, sicherer und für die neue Generation der digitalen Arbeit optimiert sind. Mitarbeiter sollten die Möglichkeit haben, flexibel von verschiedenen Standorten aus zu arbeiten. Doch auch IT-Teams benötigen Unterstützung durch leicht zu verwaltende Tools und konsolidierte Lösungen und ausgereifte Sicherheitspläne. Die Umstellung von den aktuell eingesetzten Technologien auf effizientere Lösungen erfordert zwar Zeit und Geld, doch rüsten sich Unternehmen so für alle künftigen Herausforderungen und werden widerstandfähiger für kommende potenzielle wirtschaftliche Unsicherheiten.

Paddy Srinivasan ist CEO von GoTo. Srinivasan verfügt über 25 Jahre Produkt- und Führungserfahrung in Zusammenhang mit Technologien, mit denen sich die aktuellen Herausforderungen des Business-Alltags lösen lassen. Zu Beginn seiner Karriere war er Gründer und CEO von Opstera, einem Start-up für Cloud-Monitoring und -Management. Er kam 2013 als General Manager zu GoTo, damals noch LogMeIn, und war dort für Produktstrategie, strategische Partnerschaften und den Kundenerfolg verantwortlich. Anschließend wechselte Srinivasan als General Manager of Data, Machine Learning Platform Services zu Amazon Alexa AI, bevor er 2020 als Chief Product and Technology Officer zu GoTo zurückkehrte.

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