Mit Blockchain-Technologie bereit für das Internet of Things

bei

Internet der Dinge (IoT)
 / 21. February. 2018

Blockchain-Technologie ermöglicht neue und effizientere Geschäftsmodelle für Unternehmen

Nur wenige Unternehmen verstehen das Potenzial von Blockchains – und vertun so die Möglichkeit, wichtige Weichen für den langfristigen Erfolg zu stellen. Dabei sagt nicht nur IBM-Chefin Virginia Rometty, dass Blockchain für Transaktionen so wichtig sein wird wie das Internet für die Übermittlung von Informationen. Bedenkt man, dass nahezu jedes Unternehmen von schnellen und reibungslosen Transaktionen und dem Internet of Things abhängig ist, wird schnell klar, wie groß das Potenzial ist – und die Notwendigkeit, jetzt zu handeln.

Noch ist der Begriff Blockchain den meisten vor allem als die Technologie bekannt, die hinter Kryptowährungen steckt. Doch Blockchains können viel mehr – auch im Hinblick auf das Internet of Things. Einige Unternehmen sind deshalb bereits dabei – im Rahmen ihrer Geschäftsstrategien – erste Prozesse auf Blockchain-Technologie umzustellen. Hat man die Vorzüge von Blockchains in Unternehmen erst einmal verstanden, wird auch schnell klar, wieso das so ist. Mit einer Blockchain können gänzlich neue Prozesse und Geschäftsmodelle geschaffen, aber auch bereits bestehende Abläufe signifikant schneller, besser und günstiger realisiert werden. Bei Blockchains von einer reinen Zukunftstechnologie zu sprechen, wäre also irreführend.

Letztlich macht es keinen großen Unterschied, welche Waren und Güter gehandelt werden – wie sich etwa bei der TUI Group zeigt, die mittels Blockchain ihre Bettenauslastung über Ländergrenzen hinweg optimiert. Das Prinzip und der Ansatz, Blockchain-Technologie einzusetzen, ist in jedem Fall der richtige Weg in eine noch erfolgreichere Zukunft. Denn gerade in Anbetracht des Internet of Things (IoT) oder auch des zukünftigen Internet of Everything (IoE) ist es sinnvoll, Systeme und Prozesse einzuführen, die – ohne den Bedarf Dritter – untereinander Informationen, Waren oder Finanztransaktionen durchführen können. Denn der dezentrale Ansatz von Blockchains stellt Vertrauen und Prozesse auf Technologieebene her. Damit werden sie nicht mehr wie bisher zwischen Systemen und Instanzen benötig.

Blockchains arbeiten nach einem dezentralen Prinzip, bei dem alle Teilnehmer Informationen nach den gleichen Regeln verifizieren. Hierbei werden Transaktionen überprüft, bestätigt sowie in Blöcken zusammengefasst und hintereinander unveränderlich verkettet. Durch die dezentrale und transparente Struktur können diese Transaktionen sicherer und effizienter gestaltet werden. Dadurch werden die Daten fälschungssicher und der Datenaustausch sicherer. Mit Hilfe von Blockchains lassen sich Informationen austauschen, Verträge und Vereinbarungen abschließen und Zahlungen sicher durchführen – und das alles ohne die Einbindung Dritter wie beispielsweise Zwischenhändler. Verträge, die per Blockchain geschlossen worden sind, können jederzeit nachvollzogen werden und sind manipulationssicher. Angesichts dieser Vorzüge vergleicht Virginia Rometty, CEO von IBM, Blockchain sogar mit der Einführung des Internets: „Die Blockchain ist für Transaktionen das, was das Internet für Informationen war“.

Übergeordnete Strategie ist unabdingbar

Als Lösungsanbieter wissen wir aus praktischer Erfahrung, wie wichtig es ist, sich auf strategischer Ebene mit der Blockchain-Technologie und der Digitalisierung im Allgemeinen aktiv zu befassen. Ebenso wichtig ist es dann jedoch, dass man sich im jeweiligen Unternehmen über relevante Use Cases Praxiserfahrung in ersten Projekten aneignet, um die neue Technologie und den Umgang mit ihr besser zu verstehen. Das gilt sowohl für die IT- als auch für die Business-Seite. Innovationen werden so nicht nur abstrakt diskutiert, sondern erlebt und völlig neue Geschäftspotentiale geschaffen. Hierbei unterstützen wir unsere Kunden aktiv über die Analyse bis zur Realisierung, um mit ihnen relevante Use Cases zu identifizieren und in ersten prototypischen Entwicklungen gemeinsam umzusetzen. Der Vorteil ist der praktische Wissensaufbau und, bei der Umsetzung von geschäftsrelevanten Use Cases, gleichzeitig auch das Schaffen von Mehrwerten. Nach den ersten prototypischen Entwicklungen unterstützen und betreuen wir unsere Kunden weiter bei der Realisierung und dem Betrieb ihrer Digitalisierungsprojekte.

Industrien, die in ihrem Kerngeschäft im großen Maße von Transaktionen leben, werden nicht darum herumkommen, sich mit den Möglichkeiten von Blockchains und der Digitalisierung auseinanderzusetzen. Dazu zählen beispielsweise die Telekommunikations- oder auch Energiebranche, das Gesundheitswesen, die Logistikbranche sowie der Bereich Industrie 4.0 oder auch die Reisebranche. Je früher die einzelnen Unternehmen oder auch Behörden hier aktiv werden, desto größer wird am Ende der Wettbewerbsvorsprung sein. Dasselbe gilt allerdings auch für all jene Unternehmen, die auf den ersten Blick womöglich gar nicht an den Einsatz der Blockchain-Technologie denken.

Abrechnung zwischen E-Autos und Elektro-Tankstellen per Blockchain

Noch herrscht derzeit vielerorts die Ansicht, dass Endgeräte zunehmend in der Lage sein müssen, beispielsweise ein demnächst benötigtes Ersatzteil bei einem Händler einkaufen und über einen Bezahldienstleister abrechnen zu können. Das mag im Einzelfall sogar Sinn ergeben. Möglich ist dies jedoch auch direkt über einen öffentlichen Marktplatz basierend auf einer öffentlichen Blockchain – inklusive der direkten Zahlungsfreigabe und des Startens von z.B. Logistikprozessen durch Smart-Contract-Anwendungen. Diesen öffentlichen Marktplatzansatz diskutieren wir aktuell mit einigen unserer Kunden für industrieübergreifende Services.

Quelle: Shutterstock

Beispielsweise könnte die Abrechnung zwischen E-Autos und Elektro-Tankstellen ganz einfach via Blockchain erfolgen. Beide kennen sich untereinander nicht, müssen sich aber gegenseitig vertrauen. Die Leistung muss bereitgestellt und abgerechnet werden. Da Blockchain-Technologie für Smart-Contract-Anwendungen ebenso wie für die Bezahlung per Kryptowährungen genutzt werden kann, liegt die Lösung eigentlich auf der Hand. Denn der Kern einer Blockchain ist ihre jeweilige Kryptowährung. Diese verleihen ihr Stabilität und Sicherheit. Doch das Anwendungsfeld ist deutlich größer, als vielen Unternehmen mitunter bewusst ist.

Solche Lösungen mögen sich für viele Entscheidungsträger in den Unternehmen weiterhin wie Zukunftsmusik anhören. Dass dem nicht so ist, zeigt sich beispielsweise bei der TUI Group und deren Betten-Management auf Blockchain-Basis [1].

[1] Blockchain bei der TUI Group: Urlaub im Internet der Dinge
Das größte Tourismusunternehmen der Welt, die TUI Group, ist eines der ersten Unternehmen, die als Teil der Unternehmensstrategie bereits heute auf Blockchain-Technologie setzen.

Bereits seit Sommer 2017 betreibt die TUI erste Blockchain-Anwendungen im Tagesgeschäft. Der Einzug der Blockchain-Technologie fand dabei über einzelne, jedoch geschäftskritische Prozesse und Proof of Concepts statt. Beispielsweise setzt das Unternehmen auf Blockchain-Technologie, um die Auslastung ihrer Hotelkontingente über Ländergrenzen hinweg erfolgreich zu optimieren. Wenn etwa bereits eingekaufte Betten in einem bestimmten Markt bzw. Land noch nicht belegt sind, können diese Betten an einen anderen Quellmarkt abgegeben werden, in dem es an freien Betten mangelt. Auf diese Weise lässt sich auf Basis von Blockchain eine deutlich höhere Bettenauslastung erreichen. Darüber hinaus wird bei der TUI bereits laut darüber nachgedacht, die Blockchain in einigen Jahren auch für die Angebotsseite, also für Hoteliers sowie andere Vertriebssysteme, zu öffnen – und zukünftig womöglich sogar für Privatkunden. Laut TUI Group CEO wird die Blockchain so auch kommerziell gesehen das nächste Internet.

Der Autor: Sascha Hellermann hat bereits zahlreiche Blockchain-basierte Lösungen bei Unternehmen aus der Telekommunikations- und der Tourismusbranche umgesetzt. Als Vorstandsmitglied beim Software- und Beratungsunternehmen COCUS AG gehört unter anderem die Konzeption von maßgeschneiderten Lösungen im Bereich der digitalen Transformation mit Fokus auf Blockchains und dem Internet of Things zu seinen Aufgaben. Darüber hinaus verfügt der Blockchain-Experte über jahrelange praktische Erfahrung in den Bereichen Industrie 4.0, Telekommunikation, Software-Entwicklung und System-Integration.

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