KI-Entwicklung: Von Alltagstechnologie zu nachhaltiger Wirkung

2026 markiert in der KI-Entwicklung eine neue Phase, die sich an der Frage orientiert: Was kann die Technologie leisten, wenn sie fester Bestandteil unserer Arbeit ist? In den letzten Jahren befanden sich viele Unternehmen noch in Lern- und Experimentierstadien, doch nun geht es darum, Künstliche Intelligenz (KI) nachhaltig und wertschöpfend einzusetzen, um Branchen neu zu gestalten und Kundenerlebnisse sowie Arbeitsweisen neu zu definieren. Die Frage, wie KI dauerhaft in die Betriebsabläufe integriert wird und dabei jeden Prozess und jede Entscheidung unterstützt, gehört auf die Agenda jedes Unternehmens.
Von   Cathy Mauzaize   |  EMEA-President   |  ServiceNow
29. April 2026

KI-Entwicklung:

Von Alltagstechnologie zu nachhaltiger Wirkung

 

 

 

2026 markiert in der KI-Entwicklung eine neue Phase, die sich an der Frage orientiert: Was kann die Technologie leisten, wenn sie fester Bestandteil unserer Arbeit ist? In den letzten Jahren befanden sich viele Unternehmen noch in Lern- und Experimentierstadien, doch nun geht es darum, Künstliche Intelligenz (KI) nachhaltig und wertschöpfend einzusetzen, um Branchen neu zu gestalten und Kundenerlebnisse sowie Arbeitsweisen neu zu definieren. Die Frage, wie KI dauerhaft in die Betriebsabläufe integriert wird und dabei jeden Prozess und jede Entscheidung unterstützt, gehört auf die Agenda jedes Unternehmens.

 

Vier KI-Trends prägen 2026

Wie lässt sich KI ganzheitlich, skalierbar und verantwortungsvoll einsetzen? Ihr Nutzen zeigt sich, wenn sie fest in Prozesse, Entscheidungen und Zusammenarbeit eingebettet ist – und so die Produktivität, Innovation und die Wettbewerbsfähigkeit stärkt. Die folgenden vier Trends machen deutlich, wie KI sich von einer unterstützenden Technologie zu operativer Intelligenz entwickelt und welche organisatorischen, kulturellen und regulatorischen Voraussetzungen Unternehmen jetzt schaffen sollten, um das Potenzial dauerhaft zu nutzen.

 

  1. Multimodale KI wird zur neuen Normalität

Die Art und Weise, wie Menschen mit Technologie arbeiten, hat sich in den vergangenen Jahren sehr gewandelt. Über einen langen Zeitraum hinweg war die Arbeit mit digitalen Systemen von klar strukturierten und eindeutig festgelegten Bedienformen bestimmt. Nutzer wechselten zwischen einzelnen Anwendungen, steuerten Prozesse über Tastatur und Maus und orientierten sich an festen Benutzeroberflächen. Diese Grenzen beginnen sich nun aufzulösen. Aktuell treten wir in eine neue Arbeitsära ein, in der sich Tools daran anpassen, wie  Menschen denken, sprechen und kreativ sind. Moderne Benutzeroberflächen werden multimodal gestaltet. IDC prognostiziert, dass bis 2028 80 Prozent der KI-Systeme in Unternehmen in der Lage sein werden, mehrere Arten von Eingaben zu verarbeiten. Ob Sprache, Bilder oder Videos: All diese Daten können in einer gemeinsamen Arbeitsumgebung koexistieren, in der jede Interaktion intuitiv und natürlich ist.

All das verändert die Art und Weise wie wir arbeiten. Ein Beispiel: Während eines Teammeetings erstellt KI in Echtzeit Protokolle, aktualisiert Dokumente und generiert Visualisierungen. Dieser Wandel markiert eine neue Beziehung zur Technologie. Denn wenn die Schnittstelle selbst multimodal wird, integriert sich die KI als fester Bestandteil in alle Arbeitsabläufe des Joballtags.

 

  1. KI: Raus aus den Silos

KI wird unser aller Arbeit immer mehr durchdringen. Als operative Intelligenz verhilft sie unter anderem dazu, schneller zu agieren, datenbasierte Entscheidungen zu treffen und gibt somit dem Menschen die Möglichkeit, sich im Job auf wertschöpfende Tätigkeiten zu konzentrieren. Damit die Zusammenarbeit zwischen menschlichem Team und der KI effizient gelingt, bedarf es einer integrierten Arbeitsumgebung, in der die Technologie nahtlos in die täglichen Aufgaben eingebunden ist. Hierfür braucht es für jeden Anwendungsfall den passenden KI-Einsatz.

Mensch und KI werden zunehmend einen Arbeitsplatz teilen und als hybrides Team gemeinsam Geschäftsergebnisse erzielen. Denn wenn es gelingt, dass alle Arbeitsschritte mit KI verbunden werden, wirkt sich das positiv aus: Aufgaben können in Sekundenschnelle erledigt werden, was Kapazitäten freisetzt und beispielsweise Produktzyklen und Markteinführungen beschleunigt. Klar ist: KI ersetzt den Mitarbeiter nicht, doch ein sicherer Umgang mit KI macht den Einzelnen für das Unternehmen äußerst wertvoll. Viele Organisationen haben dies bereits erkannt und KI-Know-how wird zu einem entscheidenden Leistungskriterium. Insbesondere für die Generationen, die jetzt in die Arbeitswelt eintreten, ist die Zusammenarbeit mit KI selbstverständlich. Arbeitgeber sollten definieren, wie die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Technologie gestaltet werden soll und dies als neues Arbeitsumfeld etablieren.

 

  1. 3. Spagat zwischen Governance und Geschwindigkeit

In der gesamten EMEA-Region (Europa, der Nahe Osten und Afrika) wird ein Gleichgewicht zwischen Governance und Geschwindigkeit zur zentralen Managementaufgabe. Der EU AI Act überführt Regulierung in die unternehmerische Praxis. Doch Regeln allein schaffen noch keine verantwortungsvolle KI. Vielmehr braucht es im Unternehmensalltag klare Leitlinien, die Orientierung geben und Entscheidungsprozesse nicht ausbremsen. Der jährliche KI-Governance-Bericht 2025 der Universität Oxford zeigt, dass führende Organisationen Governance direkt in ihre Arbeitsabläufe integrieren und nicht als reine Compliance-Maßnahme betrachten. So behalten sie ihre Innovationsgeschwindigkeit bei und reduzieren gleichzeitig KI-bezogene Risiken.

Erfolgreiche Führungskräfte werden den EU AI Act nicht als Bremse, sondern als Motor für Vertrauen und Resilienz betrachten. Es ist eine Kombination aus Disziplin und Agilität gefragt. So sollte KI schnell einsetzbar sein, um Innovation voranzutreiben, muss aber zeitgleich reguliert werden, um Vertrauen zu gewinnen und eine gute Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine zu ermöglichen. Die technische Voraussetzung dafür ist eine zentrale, einheitliche Plattform für Large Language Models (LLMs), KI-Agenten und Arbeitsabläufe.

 

  1. Schatten-KI erkennen und steuern

In diesem Jahr werden agentische KI-Plattformen flächendeckend in Unternehmen Einzug halten. Diese Netzwerke intelligenter Agenten koordinieren Aufgaben selbstständig, steuern Workflows und bereiten Entscheidungen vor. So agieren sie an der Seite des Menschen und vereinfachen Komplexität. Diese Entwicklung birgt jedoch ein Risiko: Schatten-KI. Gemeint sind Modelle und Agenten, die jenseits von Governance-Vorgaben entwickelt wurden. Die Einhaltung von Compliance, Datenschutz und Sicherheit ist damit nicht mehr gegeben. Für die Managementebene bedeutet das: Sie müssen vorausschauend sowie agil handeln und regulatorischen Veränderungen einen Schritt voraus sein. Flexible, anpassungsfähige Plattformarchitekturen ermöglichen es, KI-Aktivitäten über alle Funktionen hinweg zu überwachen und zu koordinieren – eine entscheidende Voraussetzung dafür, dass Compliance und Innovation Hand in Hand gehen.

 

Fazit: Hybride Teams als strategisches Gesamtsystem denken

Die Entwicklung zeigt: Die Zusammenarbeit zwischen Mitarbeiter und KI wird in diesem Jahr auf ein neues Level gehoben. Als hybrides Team teilen sie einen Arbeitsplatz und die Technologie unterstützt den Menschen bei seinen täglichen Arbeitsschritten. Die technische Voraussetzung für diese effiziente, natürliche und intuitive Interaktion: Multimodale KI ist nahtlos in tägliche Aufgaben eingebunden und für jedes Szenario gibt es den passenden KI-Einsatz. Auch die Unternehmen sind gefragt den sicheren KI-Umgang für alle im Team zu gewährleisten. Ebenso gehören klare, technologische Leitlinien auf jede Business-Agenda. Der EU AI Act bildet hierfür den gesetzlichen Rahmen, doch Governance sollte nicht als reine Compliance-Maßnahme betrachtet werden, sondern vielmehr direkt in Arbeitsläufe integriert werden. Dies ermöglicht Innovationstempo ebenso wie die Reduzierung KI-bezogener Risiken wie Schatten-KI. Mit einer Plattformarchitektur können alle KI-Aktivitäten koordiniert und kontrolliert werden, was Compliance, Datenschutz und Sicherheit gewährleistet.

 

 

KI als selbstverständlicher Unternehmensbestandteil?

Die kommenden Jahre werden zeigen, welche Unternehmen neue Technologien nicht nur einführen, sondern sinnvoll in ihre Organisation integrieren. Entscheidend ist, ob sie Arbeitsprozesse, Entscheidungsstrukturen und Verantwortlichkeiten anpassen, statt bestehende Modelle einfach zu digitalisieren. Die vier beschriebenen Trends machen deutlich: Zukunftsfähigkeit entsteht dort, wo Innovation mit klaren Regeln, Transparenz und einer lernfähigen Unternehmenskultur verbunden wird. KI kann damit nicht nur Effizienztreiber, sondern ein zentraler Baustein resilienter und zukunftsfähiger Organisationen werden.

Als EMEA-President leitet Cathy Mauzaize die zweitgrößte geografische Region des Unternehmens. In ihrer Rolle treibt sie die Wachstumsstrategie in der EMEA-Region voran, um ServiceNow dabei zu unterstützen, die wichtigste Unternehmenssoftware des 21. Jahrhunderts zu werden.

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