IoT-Plattformen: das Must-have für innovative Unternehmen

bei

Internet der Dinge (IoT)
 / 8. February. 2018

Das Internet der Dinge ist auch 2018 ein Topthema. Viele Unternehmen haben bereits erste Projekte umgesetzt oder planen dies für die Zukunft. Anwendungsfälle gibt es mannigfach – von vorausschauender Wartung (Predictive Maintenance) bis zur Entwicklung neuer Service-Modelle. Dabei zeigt sich klar der Bedarf nach IoT-Plattformen, die die Umsetzung der Projekte ganzheitlich unterstützen.

Der Markt für IoT-Plattformen ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Mittlerweile gibt es über 300 Anbieter, die um die Gunst der Kunden werben und unterschiedliche Spezialgebiete fokussieren. Was jedoch fehlt, ist eine Gesamtlösung, die alle erforderlichen Funktionen und Anwendungsbereiche abdeckt. Genau das aber brauchen Unternehmen, um schnell und kostengünstig ein IoT-Projekt auf die Beine zu stellen. 2018 wird es daher zu einer Marktbereinigung kommen. Viele Anbieter von Einzellösungen werden sich zusammenschließen, um den Bedürfnissen der Kunden besser nachzukommen. Denn IoT ist keine Einzeldisziplin, sondern erfordert Kooperation. Manche Einzelkämpfer werden ganz vom Markt verschwinden, neue Joint-Ventures werden entstehen.

Eine gute Plattform enthält alle Komponenten, die ein Unternehmen benötigt, um ein IoT-Projekt zum Laufen zu bringen. Sie bietet die Möglichkeit, die verschiedenen Endgeräte zu vernetzen, die Daten aus den unterschiedlichen Quellen zusammenzuführen und sie auszuwerten und zu visualisieren. Zudem muss sie sich in die bestehenden Prozesse und Systeme integrieren lassen. Damit wird die IoT-Plattform zum Motor für das Projekt. Sie vereint die richtigen Prozesse und Technologien und ermöglicht es Unternehmen, schnell und flexibel innovative Lösungen zu entwickeln.

Plattformbasierte IoT-Beispiele aus der Praxis

Ein Anbieter von Nespresso-Kaffeeautomaten für das Büroumfeld hat mithilfe einer IoT-Plattform zum Beispiel den Kundenservice und die Wartung seiner Maschinen verbessert. Er überwacht die Nutzung der Nespresso-Automaten in Echtzeit und hat dadurch stets den Überblick über den aktuellen Kaffeeverbrauch. So kann er für Nachschub sorgen, bevor die Kaffeekapseln überhaupt ausgehen. Zeichnen sich einmal technische Probleme ab, erkennt der Anbieter dies sofort und schickt einen Wartungstechniker.

Ein Hersteller von Dampferzeugern hat mithilfe einer IoT-Plattform einen Predictive-Maintenance-Service aufgebaut. Er erfasst erhebliche Datenmengen für insgesamt 60 Parameter, zum Beispiel für Druck, Temperatur, Verbrennungszustand und Wasserstand. Diese werden online gespeichert und auf Anfrage an das Analysesystem weitergeleitet. Der Hersteller ist damit in der Lage, schnell Geschäftsregeln für die Fehlererkennung und -prävention zu entwickeln und zu verfeinern. Mit dem Predictive-Maintenance-Service kann er die tatsächliche operative Leistung der Dampferzeuger im industriellen Umfeld überwachen und feststellen, ob der Einsatz eines Servicetechnikers erforderlich ist. Das hilft ihm dabei, Ausfälle zu minimieren und die mit den Kunden vereinbarten Service-Levels einzuhalten.

Ohne den Einsatz einer IoT-Plattform wäre es deutlich aufwändiger, zeitintensiver und teurer, solche Projekte an den Start zu bringen. Umso erstaunlicher ist es, dass laut einer aktuellen Bitkom-Studie bisher mehr als die Hälfte der Geschäftsführer und Vorstände von Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten noch nie etwas von digitalen Plattformen gehört haben. Höchste Zeit also, sich einmal über die aktuellen Entwicklungen zu informieren. Denn wer sich in Sachen IoT nicht abhängen lassen will, kommt an einer Plattform nicht vorbei.

Ausblick: KI und analysefähige Endgeräte sind im Kommen

Immer wichtiger werden künftig Künstlichen Intelligenz (KI) und Maschinelles Lernen. Plattformen, die diese neuen Technologien bereits bei der Datenanalyse einsetzen, werden in den kommenden Jahren den Markt anführen. Auch Endgeräte erhalten mehr Intelligenz. Sie werden zunehmend in der Lage sein, Analysen selbstständig durchzuführen und müssen die Daten dafür nicht mehr erst an einen Server oder in eine Cloud schicken. Es ist zu erwarten, dass Hardware-Anbieter gebrauchsfertige Lösungen auf den Markt bringen, die bereits IoT und Analysefunktionen enthalten.

Der Autor: Werner Rieche, Jahrgang 1970, ist seit Juli 2015 Geschäftsführer der SAG Deutschland GmbH, einer 100-prozentigen Tochter der Software AG. Er ist für die gesamten Vertriebs- und Marketingaktivitäten des Konzerns in Deutschland zuständig. Seit dem 1. Januar 2018 verantwortet er als Regional President DACH die gesamte DACH-Region.
Vorheriger ArtikelIoT – Praxisbetrachtung eines europäischen Großflughafens
Nächster ArtikelMit Cloud-Verschlüsselung Vertrauen schaffen