Studie bestätigt: Mehr Automation im Finance & Accounting sorgt für Transparenz und Handlungsfähigkeit

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29. Dezember 2022

Die Aussichten der Wirtschaft sind laut Experten, darunter das ifo Institut und das statistische Bundesamt, doch besser als befürchtet – trotz pandemiebedingten Nachwehen, hoch dynamischen Märkten, wirtschaftlichen Turbulenzen, unberechenbaren Lieferketten sowie kriegerischen Handlungen in Europa. Allerdings spricht nicht viel dafür, dass sich die potenziellen Störfaktoren in Kürze zum Guten wenden werden. Nach wie vor kursiert das Schreckgespenst von wirtschaftlichen Einbrüchen und einer Rezession. Und dennoch: Einige Unternehmen scheinen trotz oder vielleicht gerade wegen der Umstände vieles richtig zu machen. Woran das liegt und was Führungskräfte und Finanzexperten bewegt, wollte BlackLine in der jährlichen Studie, die gemeinsam mit den unabhängigen Marktforschungsinstitut Censuswide angefertigt wurde, herausfinden. Eines von vielen Ergebnissen vorab: 76 Prozent der Befragten haben die Finanzplanung, -analyse, -budgetierung und -prognose durch Automatisierung im Finance & Accounting verbessert.

In der Studie mit dem Titel „Im Auge des Sturms“ wurden 1.483 C-Level-Führungskräfte sowie Finance & Accounting-Fachleute in den USA, Kanada, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Singapur und Australien befragt. Ziel war es, Kenntnis über die aktuelle Situation in den Unternehmen zu erlangen sowie Prognosen für die kommenden Monate zu erhalten. Neben brennenden Themen wie den wirtschaftlichen Aussichten oder geopolitischen Auswirkungen aktueller Krisen stand die Leistungsfähigkeit des Finance & Accounting (F&A) im Mittelpunkt der Untersuchung. Die Ergebnisse zeigen eindeutig, dass Unternehmen aufgrund der anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheit mit einem wachsenden Druck und einer genaueren Prüfung der Unternehmensfinanzen rechnen.

Rezessionsängste und was das F&A dem entgegensetzen kann

Aus weltweiter Perspektive bestätigt die Studie, dass die Situation und Aussichten von Unternehmen als eher düster eingeschätzt werden. Angesichts der zunehmenden Rezessionsängste gehen 62 Prozent der Führungskräfte und F&A-Experten davon aus, dass die Finanzberichterstattung ihrer Unternehmen im nächsten Jahr stärker unter die Lupe genommen werden wird. Eine potenzielle Auswirkung: Rund 63 Prozent der Befragten befürchten, dass es schwieriger werden wird, Finanzierungen zu erhalten. Gleichzeitig stimmten ähnlich viele (62 Prozent) überein, dass Finanzdaten in Echtzeit in den nächsten zwölf Monaten sogar für das Überleben des Unternehmens unerlässlich sein werden. Daher ist es kein Wunder, dass insbesondere in stark finanzierungs- und aktiengetriebenen Märkten, wie beispielsweise in den Vereinigten Staaten, diese Befürchtung am stärksten ausgeprägt sind: In den USA gaben 71 Prozent der Befragten an, dass Echtzeit-Finanzdaten für das Überleben ihres Unternehmens entscheidend sein werden. Im Vergleich dazu sind es 50 Prozent in Deutschland.

Gretchenfrage: Wer muss es richten?

Auf die Frage, wer die Verantwortung trägt, ein Unternehmen durch eine Rezession zu führen, antworteten die meisten Befragten, dass der CEO und der CFO in gleichem Maße verantwortlich sind. Allerdings sind CFOs eher der Meinung, dass die Last allein bei ihnen liegt. Zwei von fünf CFOs (41 Prozent) gaben an, dass sie für das Wohlergehen ihres Unternehmens während eines wirtschaftlichen Abschwungs verantwortlich sind. Weniger als ein Drittel (30 Prozent) ist dagegen der Meinung, dass die Verantwortung beim CEO liegt.

Das kann man als Indiz dafür sehen, dass CFOs ihre Rolle teils neu definiert haben und wesentlich zur Agilität und damit zum Erfolg eines Unternehmens beitragen. Während der letzten Jahre haben insbesondere die Automation und das Modern Accounting dazu beigetragen, dass CFOs mit belastbaren Finanzdaten und daraus abgeleiteten Szenarien zu wichtigen internen Beratern geworden sind. Die Kehrseite der Medaille allerdings ist, dass diese neue Rolle den CFO und die Finanzexperten zusätzlich unter Druck setzt. Denn es kommt auf Qualität und Geschwindigkeit an. Umso mehr muss das F&A mit Lösungen ausgestattet sein, die Finanzprozesse, zu einem sehr hohen Grad automatisieren. Für manuelle Arbeiten bleibt schlicht und einfach keine Zeit mehr.

Schlüsselfaktoren im F&A: Automation und Agilität

Global deuten die Studienergebnisse darauf hin, dass die Finanzdaten in Unternehmen künftig noch genauer unter die Lupe genommen werden. Also geht es darum, potenzielle Schwachstellen in F&A-Prozessen zu entlarven und vor allem manuelle und veraltete Prozesse so weit wie möglich zugunsten höherer Transparenz, Genauigkeit und Agilität zu eliminieren.

Auf die Frage, wie sich ein wirtschaftlicher Abschwung auf die Technologieinvestitionen ihres Unternehmens auswirken würde, gab es gute Nachrichten von den Befragten. Unternehmen investieren trotz oder gerade wegen ihrer wirtschaftlichen Bedenken in Technologien zur Automatisierung von Finanzkontrollen und -prozessen. In Zahlen: nur 12 Prozent der Befragten gaben an, dass ihr Unternehmen alle Investitionen auf Eis legen würde. Ein Fünftel (20 Prozent) bestätigte sogar steigende Investitionen, um die Widerstandsfähigkeit und Resilienz des Unternehmens zu verbessern. Derselbe Prozentsatz glaubt, dass ihr Unternehmen voraussichtlich Technologien bevorzugt, die sich schnell amortisieren.

Zwar kann Technologie die Ursache für landesweite oder globale Turbulenzen nicht lösen, sie kann die Situation aber entscheidend verbessern, indem sie mit belastbaren Finanzzahlen eine beherrschbare Situation herstellt. Technologie trägt maßgeblich zur Effizienz bei, Fehler in den Finanzdaten zu reduzieren und Transparenz zu erzeugen. Damit können Unternehmen schnelle, intelligente und fundiertere Entscheidungen treffen.

Automatisierung im F&A ist von Erfolg gekrönt

Es wirkt wenig überraschend, dass in der aktuellen Studie von 2022 ein anhaltendes Interesse an der Automatisierung bestätigt wird: 28 Prozent der Führungskräfte und Finanzfachleute sagten, dass sie in ihre Datenanalysekapazitäten investieren. Sie gaben an, Automatisierungstechnologien zu implementieren oder diese zu skalieren, um noch akkuratere Finanzdaten zu erhalten.

Während in der Vorgängerstudie von 2020 noch 80 Prozent der Unternehmen die Automatisierungstechnologie umsetzen wollten, haben laut der aktuellen Studie dies bereits viele Unternehmen umgesetzt. Die Ergebnisse von 2022 ergaben außerdem, dass 76 Prozent der Befragten insgesamt die Finanzplanung, -analyse, -budgetierung und -prognose durch Automatisierung verbessert haben. Das sind fast doppelt so viele wie vor zwei Jahren. Dreiviertel (75 Prozent) der Befragten gaben an, dass sie auch die Finanzberichterstattung und -ablage automatisiert haben – mehr als doppelt so viele wie die Befragten, die angaben, dies im Jahr 2020 tun zu wollen. Dies bestätigt den Erfolg einer Automatisierungsstrategie im F&A eindrucksvoll.

Fazit

Die Automation im F&A darf mit Fug und Recht als Erfolgsstory bezeichnet werden. Die Ergebnisse jährlichen Censuswide-Studien belegen, dass Finanzautomation ein wichtiges Schlüsselelement für eine gelungene Transformation und für die Verbesserung der Transparenz, Genauigkeit und Kontrolle ist. Allerdings bestätigen die Zahlen auch, dass in vielen Unternehmen noch einige Schritte zu gehen sind. Nach wie vor behindern existierende Punktlösungen den gewünschten Automatisierungsgrad. Denn obwohl das Vertrauen in die Genauigkeit der Finanzdaten in diesem Jahr höher war als in den Vorjahren, gab fast die Hälfte (48 Prozent) der Befragten an, dass sie immer noch kein volles Vertrauen in die Genauigkeit der Finanzdaten ihres Unternehmens haben. Das muss sich dringend ändern, denn das Vertrauen in die Finanzzahlen wird in den kommenden Monaten von entscheidender Bedeutung sein, um in turbulenten Zeiten erfolgreich zu bestehen.

Ralph Weiss ist Geo VP DACH bei BlackLine und verantwortet das gesamte Geschäft des NASDAQ-Unternehmens in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Weiss ist seit über 30 Jahren in der Softwarebranche aktiv – davon über 20 Jahre in Führungspositionen.

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