Die cloudgetriebene Transformation rückt in den Fokus

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 / 20. August. 2020

Cloud Computing ist 25 Jahre alt [3] – und mittlerweile Bestandteil fast jeder G1000 Unternehmensstrategie. Obwohl Cloud-Technologien mittlerweile im Mainstream angekommen sind, sind sie noch immer ein viel diskutiertes Thema in den Führungsetagen und Technologiesymposien weltweit. Die meist gestellte Frage lautet dabei: Wie können wir wachsen, um die nächste Stufe der digitalen Transformation voranzutreiben?

Diese Frage treibt fast jedes Unternehmen um – unabhängig davon, ob sie die Cloud in einem großen, moderaten oder gar kleinen Maßstab einsetzen. Und angesichts der durch digital-native Start-ups ausgelösten Disruption wird sie immer relevanter, denn sie zwingen traditionelle Unternehmen regelrecht dazu, die Cloud als Schlüsselelement für ihre digitale Transformation einzusetzen. Mit der COVID-19-Pandemie bekommt die Cloud darüber hinaus eine ganz neue Rolle: Die Technologie ist zunehmend die Grundlage für widerstandsfähige Unternehmen und kann jederzeit und überall on-Demand an die aktuellen Anforderungen der Firmen angepasst werden.

Die jährliche CIO[1] Studie des Analystenhauses Gartner Inc. zeigt, dass Cloud Computing für die meisten CIOs ganz oben auf der Prioritätenliste hinsichtlich ihrer 2020 Investitionen stehen – bis 2022 soll der globale Markt voraussichtlich 445,7 Milliarden US-Dollar schwer sein.[2]

Im Folgenden findet sich eine Übersicht, was die nächste Stufe der Cloud-Transformation mit sich bringt und welche Auswirkungen dies künftig auf den Unternehmenswandel hat:

Transformation über Anwendungen, Daten und Infrastrukturen hinweg

Unternehmen müssen ihre cloud-basierte Transformation über Anwendungen, Daten und Infrastrukturen hinweg über einen sogenannten „as-a-Service“-Ansatz durchführen. Die Cloud ist dabei der Dreh- und Angelpunkt, der Unternehmen in die Lage versetzt, neue Technologien wie künstliche Intelligenz (KI), Machine Learning (ML) und das Internet of Things (IoT) sowie Big Data Analytics, Blockchain und Edge Computing einzusetzen.

Um die Potenziale der Cloud vollständig auszunutzen, gilt es, zuerst den Unternehmenskern zu modernisieren. Es gibt fünf Schlüsselbereiche, mit denen sich Unternehmen befassen müssen, um sich Cloud-fähig aufzustellen – diese Bereiche unterstützen Firmen gleichzeitig dabei, Kosten und technologiebedingte Schulden zu reduzieren.

Konsolidierung von Rechenzentren: Organisationen wachsen vermehrt durch Akquisitionen anderer Firmen – damit verfügen sie oftmals über mehrere Rechenzentren. Die Rechenzentren sollten zeitnah konsolidiert werden, um unausgelastete Kapazitäten, doppelte Anlagen und teures Personal zu vermeiden. Die anhaltende Pandemie macht deutlich, wie wichtig es ist, Rechenzentren in die Cloud zu verlagern, da Mitarbeiter zunehmend nicht vor Ort arbeiten können. Der Umzug in die Cloud erleichtert es Unternehmen, verschiedenen Komponenten der IT-Infrastruktur in einer einzigen, zentralisierten Cloud zu verwalten.

Rationalisierung der Anwendungen: Organisationen müssen ihre Applikationen überprüfen und bewerten, um veraltete Applikationen von unternehmenskritischen zu trennen – die Cloud fungiert bei dieser Rationalisierung unterstützend. Werden Anwendungen in die Cloud, können Unternehmen von einem CapEx- zu einem OpEx-Modell wechseln und die Pay-as-you-go-Option übernehmen. Dies reduziert zudem den Bedarf an Rechenzentren sowie den Rechen- und Speicher-Overhead. Jegliche Erhöhung der Bandbreite einer Anwendung – die aufgrund einer steigenden Anwenderzahl erforderlich ist –, geht zu Lasten des Cloud-Anbieters. Auch Fehlerbehebung und Support werden mithilfe eines Cloud Service Providers unkomplizierter und schneller durchgeführt.

Modernisierung des ERP: IT-Manager hosten ihre Enterprise Ressource Planning (ERP)-Systeme zunehmend nicht mehr on-Premise oder auf lokalen Servern. Der Vorteil: Die Cloud bietet bessere Security und Compliance. Die meisten Cloud Service Provider stellen Umgebungen bereit, die in Risiko- und Compliance-Systeme integriert und für verbindliche gesetzliche Vorschriften zertifiziert sind. Der Umzug in die Cloud ermöglicht es IT-Managern, bei steigender Nachfrage zusätzliche Netzwerk-, Rechen- und Speicherressourcen bereitzustellen. Eine solche Belastbarkeit und Skalierbarkeit ist in einer on-Premise-Umgebung nur schwer zu erreichen.

Einsatz vertikaler Branchenlösungen: Eine aktuelle Marktforschungsstudie [4] nennt BFSI, das Gesundheitswesen, IT, Telekommunikation und den Einzelhandel als führende Branchen in Sachen Cloud-Implementierung. Andere Industrien sind vielleicht nicht führend, aber Unternehmen aus fast jedem Segment nutzen mittlerweile Cloud in irgendeiner Weise. Die Wahl eines branchenspezifischen Cloud-Angebots stellt sicher, dass die Bedürfnisse des Sektors berücksichtigt werden. Beispielsweise benötigen Banken die Cloud, um Kosten zu senken und sicherzustellen, dass auch entlegene Bevölkerungsgruppen erreicht werden. Fertigungsunternehmen setzen auf Schnelligkeit und Präzision. Im Gesundheitswesen stehen hingegen Sicherheit und Compliance im Mittelpunkt.

Database as a Service: Nachdem Unternehmen ihre Rechenzentren konsolidiert haben, sollten sie im nächsten Schritt auf Managed Database Services setzen – damit können sie ihre Datenbanken einrichten, betreiben und sogar skalieren, ohne sich Gedanken über die Implementierung von Backups, Änderungen bei Clustern oder andere Implementierungen machen zu müssen. Dies führt zu mehr Agilität, Security, Zuverlässigkeit und Anwendungsleistung.

In die Zukunft investieren

In die Zukunft zu investieren, bedeutet, sich auf hybride Multi-Cloud-Umgebungen zu konzentrieren, um die besten Angebote der Branche zu nutzen und gleichzeitig die Portabilität der Cloud zu gewährleisten und die Bindung an bestimmte Anbieter zu vermeiden. Wichtig ist die Möglichkeit zur Hyperskalierung sowie die Fähigkeit, Security in einem komplexen Cloud-Ökosystem zu verwalten. Unternehmen wählen zwischen Cloud-basierten und Cloud-unabhängigen Strategien oder entscheiden sich sogar für beide Ansätze. All dies mit dem Ziel, Daten zu monetarisieren, die Kundenerfahrung durch Personalisierung zu erhöhen und technologiegetriebene Geschäftsinnovationen zu ermöglichen.

Unternehmen sollten mit einem Cloud Orchestrator kooperieren, der das hybride Cloud-Ökosystem aufbaut, betreibt und verwaltet. Die Einführung einer Poly-Cloud-Architektur unterstützt Firmen dabei, einfach und zu minimalen Kosten zwischen Anbietern zu wechseln. Die Erwägung einer Open-Source-Plattform gibt Unternehmen die Möglichkeit, eine Anwendung zu entwickeln und sie an jedem beliebigen Cloud-Standort – public, private oder on-Premise – zu betreiben, um Interoperabilität zu gewährleisten und gleichzeitig alle Sicherheitsstandards zu berücksichtigen.

Da die zukünftige IT-Landschaft immer komplexer wird, müssen Unternehmen ihre Erwartungen auf die Geschäftsergebnisse ausrichten. Und die digitale Transformation durch die Cloud kann das Spiel verändern.

 

Quellen und Referenzen:

[1] https://www.gartner.com/en/newsroom/press-releases/2019-10-22-gartner-survey-of-more-than-1000-cios-show-that-fit-enterprises-will-win-when-business-conditions-turn

[2] https://www.infosys.com/investors/news-events/analyst-meet/2019/india/accelerate.pdf

[3] https://www.technologyreview.com/2011/10/31/257406/who-coined-cloud-computing/

[4] https://www.globenewswire.com/news-release/2020/03/18/2002347/0/en/Increasing-Cloud-Adoption-to-Drive-Security-as-a-Service-Market-to-43-4-Billion-Revenue-by-2030-P-S-Intelligence.html

 

Über den Autor:


Umashankar Lakshmipathy ist Senior Vice President und Regional Head – EMEA für Cloud, Infrastructure sowie Security bei Infosys Limited und ist Mitglied des European Leadership Teams. Er ist verantwortlich für Outsourcing, Infrastructure Services und das Management strategischer Partnerschaften.