Human Ressource & Digitization

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 / 16. January. 2019

Der Mangel an Führungstalenten ist heute die größte Herausforderung für Unternehmen. Und es wird immer wichtiger, einmal eingestellte Talente auch langfristig zu halten und zu entwickeln. Wie schaffen es Unternehmen, sich durch ein einzigartiges Employer Branding vom Wettbewerb abzuheben? Ein guter Weg:  Ein Projekt mit dem Titel „Wunscharbeitgeber“ mit zum Beispiel externen Beratern, um eine authentische Positionierung als exzellenter Wunscharbeitgeber zu erarbeitet und umzusetzen.

Diesen Weg haben wir eingeschlagen: Mitarbeiter haben wir in der Regel durch Empfehlungen von Kollegen gewonnen. Neue Mitarbeiter zu finden, wurde für uns immer schwieriger. Gleichzeitig ist die Nachfrage immer mehr gestiegen. Wir wollten uns außerdem in Themen positionieren – und das geht nur mit eigenen Mitarbeitern. Der Engpass wurde immer größer. Deshalb haben wir nach Lösungen gesucht.

Die Herausforderung für uns ist: Die größten Talente sind im IT-Bereich auf den Hochschulen zu finden. Diese Kandidaten haben zwar die Grundlagen gelernt, zumeist fehlen aber ein Paar Jahre an IT-Themen-Entwicklung – Soll heißen, die Hochschulen hinken der Wirtschaft deutlich hinterher. Als Beispiel: In der Uni wird die Methodik „Scrum“ gelernt, wir setzen aber auf eine Weiterentwicklung der agilen Methoden mit „DevOps“. Beides zusammen sind die wichtigsten Ansätze, um die Geschwindigkeit digitaler Innovationen deutlich zu erhöhen und Skalierbarkeit sicher zu stellen. Um diese Herausforderung zu lösen haben wir uns des guten, alten Werksstudent/in besinnt: Wir nehmen Talente schon während des Studiums an die Hand und zeigen, was in der Wirtschaft aktuell an Techniken und Lösungen verwendet wird. Sie werden bei uns, natürlich mit Coaching, in spannende Projekte integriert und so lernen die Studenten/innen unsere Techniken und Werkzeuge und wir unterstützen sie bei einer zukunftssicheren Ausbildung.

Bei der Kandidatenfindung sehen wir eine große Chance im Reverse Recruiting – gehen damit auf neue Kandidaten zu und warten nicht mehr, bis Talente auf uns aufmerksam werden. Active Sourcing auf Messen, auf Karriereplattformen und über Social Media ist natürlich trotzdem fester Bestandteil unseres Recruiting.

Im Ergebnis geben wir nicht etwas Neues vor, wo wir gerne hinwollen. Natürlich gibt es in den Themen, der Fachlichkeit und in den Ausrichtungen Veränderungen. Doch bei der Innenbetrachtung und in unserem Miteinander haben wir nichts anderes getan als das herauszuarbeiten, was für uns selbstverständlich war.

Beziehungen sind der zentrale Schlüssel der digitalen Welt. Je digitaler die Welt wird, desto mehr wird der Mensch im Mittelpunkt stehen. Es bieten sich Chancen, wenn man das versteht. Wir brauchen Beziehungen und Businesspartnerschaften. Wichtig ist uns der Teamspirit. Konkret heißt das zum Beispiel: Wir haben ein Patenprogramm für Mitarbeiter, die bei uns einsteigen. Dem Einsteiger wird ein Mitarbeiter als Pate oder Mentor zur Seite gestellt, der ihn über die ersten Monate begleitet. Mit ihm kann er sich austauschen, er erklärt ihm, wie die Prozesse bei uns ablaufen und wie die Kunden funktionieren. Je nachdem wie intensiv die Beziehung sich gestaltet, entstehen auf der persönlichen Ebene Freundschaften und ein kollegiales Umfeld. Diese Beziehung zu managen, ist essentiell für uns. In den Projekten gibt es immer wieder Themen, die zum Scheitern führen. Das sind meistens nicht die technologischen Voraussetzungen, sondern das ist das Miteinander. Wir unterstützen unsere Mitarbeiter dabei, dass sie sich selbst positionieren können und den richtigen Kommunikationskanal finden.

Wir haben uns Dinge bewusster gemacht und transportieren vier Elemente, die zum Beispiel für einen neuen Mitarbeiter wichtig sind, der zu uns kommt:

  1. Flache Hierarchien, das heißt eigenverantwortliches, selbstständiges Handeln ist bei uns gefragt. Wir führen nicht klassisch durch Hierarchie, sondern begleiten unsere Mitarbeiter.
  2. Personal Branding. Wir sehen uns als Coach für die Persönlichkeitsentwicklung. Wir geben unseren Mitarbeitern Zeit zur Weiterbildung.
  3. Wir verstehen uns als Partner des Mitarbeiters. Wir agieren auf Augenhöhe und setzen auf gegenseitiges respektieren.
  4. Ein zentraler Fakt ist die Mitgestaltung. Die Kreativität, Leidenschaft und Einsatzbereitschaft muss der Mitarbeiter mitbringen.

Uns ist auch der Austausch der Kollegen untereinander sehr wichtig. Dafür haben wir in unserem Future Working Place entsprechende Räumlichkeiten für Kommunikation vorgestehen in denen Meetups, Hacking- und Brownbag- Sessions stattfinden. Ferner veranstalten wir regelmäßig Social- und Team-Events. Klassisch bieten wir weitestgehend freie Wahl der Notebooks und Smartphones und die Möglichkeiten, eine Pensionskasse mit Sonderkonditionen zur Altersvorsorge zu nutzen. Uns ist jedoch viel wichtiger, dass unsere Mitarbeiter in spannenden Projekten in München mit der entsprechenden Work-Life-Balance arbeiten, unser Office ein Future Working Place bietet und sie ein wertgeschätzter Teil unserer Firma sind.

 

Der Autor Julian Rehbinder: Seit 1996 bin ich professionell damit beschäftigt, Unternehmen in die digitale Welt zu führen und ihre Auftritte dort noch besser und kundenfreundlicher zu gestalten.