China will Jugend vor Internetsucht schützen

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China surft vor allem mobil. Foto: static.pexels
China surft vor allem mobil. Foto: static.pexels

731 Millionen Internet-User

In China benützen über 731 Millionen Menschen das Internet – fast genauso viele User wie Europa Einwohner hat. Laut einer Studie des China Internet Network Information Center (CINIC) verwendet der überwiegende Teil von ihnen  – 695 Millionen – dafür ihre Smartphones. Speziell Käufe werden gerne online getätigt. Ein Trend, der sich über Chinas Ballungsräume hinweg auch in ländlichen Regionen des Landes durchgesetzt hat.

Internetsucht in China

Diese verstärkte Internetnutzung birgt auch ihre Schattenseiten. Fast ein Fünftel der Nutzer sind jünger als neunzehn Jahre alt. Ein beträchtlicher Anteil von ihnen ist internetsüchtig. Besorgte Eltern schicken ihre Sprösslinge daher in spezielle Entzugsanstalten. Diese wurden eingerichtet, da in China Internetsucht als klinische Funktionsstörung angesehen wird.

Entzugsanstalten

Doch aus den besagten Anstalten wurden in den letzten Jahren vermehrt schockierende Missbräuche an Minderjährigen gemeldet. Diese reichten von Demütigungen über Schläge zu brutalen Behandlungsmethoden wie Elektroschocks. Grund genug für die chinesische Regierung einen neuen Gesetzesentwurf zum Schutz vor Internetabhängigkeit und anderen verwandten Risiken zu diskutieren. Dieser soll einerseits den Missbrauch an Patienten in diesen Anstalten verhindern, andererseits umfasst er eine Reihe weiterer Maßnahmen. So sollen Game-Entwickler und Besitzer von Internet-Cafés dazu angehalten werden, zu einer festgelegten Nachtzeit das jeweilige Spiel für minderjährige Gamer anzuhalten oder zu sperren, um diese davon abzuhalten bis zum Morgengrauen weiterzuspielen. Ob das die richtigen Maßnahmen sind um dieser neuen Suchtkrankheit beizukommen, bleibt abzuwarten.