Digitalisierung ist mehr als ein Buzzword

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 / 17. June. 2019

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In fast jeder Unternehmensführung in der Schweiz spielt das Thema Digitalisierung eine wichtige Rolle. Werner Meier, Delegierter Wirtschaftliche Landesversorgung, fasst die Thematik im 26. Halbjahresbericht der Melde- und Analysestelle Informationssicherung (MELANI) so zusammen [1]. Die Digitalisierung bietet immense Chancen für unser Land – stellt es aber auch vor grosse Herausforderungen. Die Steuerung und Optimierung von Prozessen in der Wirtschaft durch Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) kann nur dann nachhaltig gelingen, wenn die IKT jederzeit verfügbar, zuverlässig und widerstandsfähig gegenüber Störungen und Angriffen ist. Kurz: Digitalisierung ohne IKT-Sicherheit ist undenkbar.“

Die Integration von neuen Technologien ist nicht mehr nur eine Option, sondern wird immer mehr zur Pflicht, um im internationalen Wettbewerb zu bestehen. Neben neuen Möglichkeiten bei Skalierung und Performance haben Unternehmen zudem keine Wahl mehr. Ein Beispiel ist Office 365 – dort gehen Informationen zwangsläufig in die Cloud.

Egal, ob BigData, IoT oder Industrie 4.0: In allen Bereichen sind es ineinandergreifende Applikationen, die über Softwareschnittstellen vernetzt sind. Der Preis für die Agilität, die Verfügbarkeit von Rechenleistung und Speicherressourcen auf Knopfdruck sind neue Risiken. IT-Verantwortliche müssen ihre Infrastruktur in die Lage versetzen, diese Innovationen sicher und effizient zu integrieren – und zwar dann, wenn Organisationen dies wirklich für nötig halten. Nur so können Unternehmen frei entscheiden, welche Vorteile der Digitalisierung sie für sich zu welchem Zeitpunkt nutzen möchten.

Gerade für Schweizer Unternehmen liegt die Messlatte dabei sehr hoch. Güter und Dienstleistungen aus der Region sind bekannt für ihre hohe Qualität. Dies ist das Ergebnis nachhaltiger Entwicklungen gepaart mit dem Anspruch, die eigenen Produkte immer weiter zu verbessern. Viele Mittelständler und Grossunternehmen gehören zu den Weltmarktführern, weil sie über Jahrzehnte diesem Credo gefolgt sind. Man spricht zu Recht von der digitalen Revolution, trotzdem gilt es, essenzielle Firmenmerkmale trotz Transformation zu erhalten.

Hersteller in der IT-Branche bieten in der Regel für alle Bereiche Produkte an. Gerade bei den Grundlagen wie der Virtualisierung von Arbeitsplätzen sollte genau abgewogen werden, wie kompetent ein Anbieter im Bereich Software ist. Speziell bei der Kooperation mit Anbietern aus Übersee kann es zu Komplikationen bei der Umsetzung und Implementierung kommen, wenn diese mit den Gegebenheiten vor Ort nicht vertraut sind. Im Unternehmensalltag funktioniert digitale Integration nur, wenn ein Hersteller mehr als ein Standardprodukt liefern kann. Zudem muss Software immer gewartet und erweitert werden. Exakt an dieser Stelle ergeben sich nämlich die Sicherheitsrisiken. Sind elementare Mechanismen fehlerhaft, können IT-Abteilungen nicht richtig arbeiten und sind schnell überlastet. Gerade beim Thema virtuelle Desktopinfrastruktur zeigt sich wie wichtig ein gutes Fundament für eine erfolgreiche Digitalisierung ist.

Großunternehmen Hersteller HOPPE stand vor digitalen Scherbenaufen

Ein reales Beipsiel ist HOPPE: Das Schweizer Unternehmen mit rund 2.800 Mitarbeitern und Fertigungsstätten in Deutschland, Tschechien, Italien und den USA, ist in Europa Marktführer für Türbeschläge und Fenstergriffe. Bereits vor 20 Jahren wurde erkannt, dass das Thema IT ein Schlüsselfaktor für die zukünftige Entwicklung sein wird. Ende der 90er Jahre sah man den Vorteil des virtualisierten Workspace und zentralisierte die IT-Umgebung an einem der Standorte der HOPPE-Gruppe.

2014 kam es zu folgender Herausforderung: HOPPE hatte sich entschlossen, die Telefonie auf Skype for Business umzustellen und trotz Absprache mit dem damaligen US-Anbieter der UC-Lösung, der zudem auch die ThinClients bereitstellte, gelang es nicht, die Technologie mit ausreichender Funktionalität auszurollen. Die IT-Abteilung stand vor einem riesen Problem, denn dem Anbieter wollte es nicht gelingen, die gemachten Versprechen einzusetzen. Das Zusammenspiel von Betriebssystem, Endgeräten und Verwaltungssoftware lieft nicht rund und es war kein störungsfreier Betrieb möglich.

Nach sechs Monaten Proof of Concept (PoC) musste die Umstellung abgebrochen werden. Anstatt durch digitale Innovation die Arbeitsplätze zu verbessern hatte HOPPE viel Zeit verloren. Es brauchte eine andere Lösung, um auf IP-Telefonie umzustellen.

 Insgesamt verfügen heute 1.500 Arbeitsplätze über eine IT-Ausstattung, davon sind fast 60 Prozent Teil einer Virtual Desktop Infrastructure (VDI) mit Citrix XenApp. Alle konnten auf IP-Telefonie umgestellt werden – ohne dass neue Hardware gekauft werden musste. Die Performanceprobleme konnten durch die Umstellung auf das IGEL OS gelöst werden.

Das Betriebssystem von IGEL Technology bildet in Verbindung mit der Management- und Verwaltungslösung eine Softwarearchitektur, die auf fast jedem Endgerät einsetzbar ist und nur minimale Hardwareanfordunden hat. Neben der Unterstützung von Legacy-Devices und der Videotelefonie geht es bei HOPPE ausserdem um Grafikbearbeitung und CAD-Aufgaben, die leistungsfähige Thin Clients voraussetzen.

Skype for Business konnte seitdem problemlos im Citrix-Umfeld genutzt werden. Die Sprach- und Übertragungsqualität verbesserte sich, da die HDX RealTime Media Engine von Citrix Firmware des Betriebssystems integriet ist. HOPPE konnte dadurch alte Clients problemlos wiederverwerten und musste keine Neugeräte beschaffen.

Im Fall von HOPPE war die Einbindung von USB-Telefonen von Polycom problemlos möglich – obwohl das System diese nicht standmäßig integriert hatte. Das Entwicklerteam von IGEL erweiterte die Software aber entsprechend.

Fazit

Unternehmen, die sich nicht intensiv mit der Digitalisierung auseinandersetzen und in ihren klassischen Produktionsprozessen bleiben, werden über kurz oder lang vom Markt abgehängt. Uber, AirBnB und Amazon sind klassische Beispiele dafür, wie die Digitalisierung und die Konzentration auf digitale Prozesse den Markt grundlegend verändern – sogar bereits revolutioniert haben.

In der Praxis ist diese Modernisierung harte Arbeit und IT-Entscheider müssen mit Rückschlägen rechnen. Geraden da viele Anbieter aus Übersee kommen passen deren Lösungen nicht 1:1 für Firmen in der Region.

Hierzulande müssen Organisationen den Spagat zwischen traditionellen Werten mit hohem Anspruch an Qualität und Nachhaltigkeit und gleichzeitig der Implementierung von moderner Innovation schaffen. Ein solches Vorhaben geht nicht auf Knopfdruck, sondern muss richtig geplant und mit den passenden Partnern Stück für Stück umgesetzt werden.

Quellen und Referenzen

[1] https://www.melani.admin.ch/melani/de/home/dokumentation/berichte/lageberichte/halbjahresbericht-2017-2.html

Dieter Tolksdorf ist bereits seit vielen Jahren im IT-Bereich tätig. Er war für einige namhafte Unternehmen wie NetApp und Oracle tätig, bevor er 2013 zu IGEL kam und maßgeblich am Aufbau des Schweizer Teams beteiligt war. Seit 2018 ist Dieter Tolksdorf Managing Director bei IGEL Technology Schweiz.