Trends im Umgang mit Daten – Ein Ausblick auf 2019

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 / 11. December. 2018

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Das Jahr 2018 geht mit großen Schritten dem Ende entgegen. Welche Entwicklungen hinsichtlich Cloud-Computing, Datenschutz und Automatisierungs-Tendenzen in der IT 2019 niemanden mehr überraschen sollten, dazu folgt eine kleine Übersicht:

Cloud-Strategien auf einem neuen Level

Im Jahr 2019 wird sich die Einführung der Cloud in die IT-Workloads der Produktion grundlegend verändern – weltweit: Unternehmen werden in Cloud-Initiativen investieren und sich zunehmend auf Technologien und Services konzentrieren, die es ihnen ermöglichen, die Cloud von einem reinen Speicherort in eine Lösung umzuwandeln, die neue, flexiblere Arbeitsweisen ermöglicht. Technologieanbieter müssen sich zunehmend dafür einsetzen, diese Flexibilität zu gewährleisten, indem sie nativen Support für mehrere Cloud-Provider und andere leistungsstarke Cloud-Tools bereitstellen, die Unternehmen mit einer einzigen Schnittstelle für die effiziente, effektive und verantwortungsbewusste Verwaltung von Anwendungen, Workloads und Daten sowohl in lokalen als auch in Cloud-Umgebungen ausstatten.

Fehlende Skills und Zeitnot bremsen die digitale Transformation

Wenn Unternehmen weiterhin traditionelle Methoden nutzen, um moderne und transformative Anforderungen des sich wandelnden digitalen Geschäfts zu erfüllen, werden sie 2019 auf erhebliche Probleme stoßen. Umfassende IT-Kenntnisse, die sowohl die traditionelle IT als auch die neue Hybrid-IT abdecken, werden seltener werden. Neue Compliance- und Governance-Maßnahmen sowie eine zunehmende Monetarisierung von Malware- und Ransomware-Angriffen werden die IT-Organisationen weiterhin unter Druck setzen und verbesserte Abläufe forcieren, um die Anforderungen des sich digital verändernden Geschäfts erfolgreich zu erfüllen. Ohne die Konsolidierung von Insellösungen im Datenmanagement und in allen Bereichen der IT wird die digitale Transformation ins Stocken geraten, zumal Cloud-Computing zum Standard für das wachsende digitale Unternehmen wird.

„Recovery Readiness“ wird ein unverzichtbares Kriterium in Ausschreibungen für IT-Lösungen

Wer künftig nach Anbietern von Technologien und Services sucht, wird die Recovery-Bereitschaft – nämlich die Geschwindigkeit, mit der ein Dienst, eine Lösung oder ein Angebot im Falle eines Ausfalls wieder ordnungsgemäß online gebracht werden kann – als Schlüsselanforderung in sein „Request for Proposal“ (RFP) aufnehmen. Letztlich wird die Antwort darauf, ob ein Dienst dauerhaft für Anwender verfügbar ist, die Kaufentscheidung beeinflussen. Anbieter werden daher ihre Angebote weiterentwickeln und auf spezifische Bedürfnisse anpassen. Sie stehen vor der Herausforderung, potentiellen Kunden übersichtlich aufzuzeigen, dass sie diese Voraussetzungen nicht nur gut, sondern auch nutzerfreundlich erfüllen.

Künstliche Intelligenz für mehr Automatisierung

Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen werden zu einer Grundvoraussetzung, um innovativ zu bleiben und um Abläufe zu vereinfachen: Der Mangel an talentierten IT-Fachkräften ist eine Chance für Entwickler, mit neuen Lösungen zur Automatisierung komplexer Prozesse vorweg zu gehen. „Machine Learning” (ML) und künstliche Intelligenz (KI) werden zu Schlüsselanforderungen für neue IT-Angebote, die Unternehmen dabei unterstützen, die Qualifikationslücke zu schließen. Enterprise-Software-Anbieter werden es ihren strategischen Partnern zur Aufgabe machen, KI und ML in ihre bestehenden Systeme und Programme zu integrieren, um die Effizienz von Betriebsabläufen zu erhöhen und letztlich bessere Geschäftsergebnisse zu erreichen.

Das Ende der sumpfigen „Data Lakes“

Im vergangenen Jahrzehnt, als die Kosten für Festplatten ins Bodenlose fielen und die Anwendungen gen Himmel wuchsen, sammelten und speicherten Unternehmen häufig so viele Daten wie möglich, ohne darüber nachzudenken, worum es sich bei diesen Daten handelte oder wie wertvoll sie für ihr Unternehmen sein könnten. Typischerweise werden alle diese Daten in einem Repository gespeichert, das als „Datensee“ bekannt ist. Nicht vollständig zu wissen oder zu verstehen, was sich im „Data Lake“ befindet, warum Daten gespeichert werden und ob die Datenintegrität gewahrt ist, macht es schwer, Erkenntnissen daraus zu ziehen. Der Datensee wird zugunsten einer Technologie verschwinden, die Daten dort entdecken, und auch abbilden kann, wo sie sich befinden. Im Idealfall lassen sich damit noch die Speicher- und Infrastrukturkosten reduzieren, Datenstrategien implementieren und Risiken minimieren. Und das ist kein Wunschdenken, sondern technologisch machbar.

Privatsphäre hat oberste Priorität

Während es 2018 noch eine Art gespannter Schonfrist gegeben hat, ist für 2019 zu erwarten, dass mehr und mehr Unternehmen wegen Nichteinhaltung der EU-Datenschutzgrundverordung (DSGVO) und anderer Datenschutzbestimmungen abgemahnt werden. Das führt dazu, dass „Privacy First” zum lohnenswerten Ansatz für das Datenmanagement wird. Bewährte Datenschutzpraktiken in bestehende, mobile, „Internet of Things“- und andere Anwendungen zu integrieren stellt so manche IT-Abteilung vor erhebliche Herausforderung. Erst mithilfe von künstlicher Intelligenz lassen sich Vorgänge im Datenmanagement so automatisieren, dass weder Effektivität noch Agilität beeinträchtigt werden.

Status Quo Managed Services und Cloud-Computing

Der Markt für As-a-Service-Angebote wird weiterwachsen, und es wird ein harter Kampf um die IT-Budgets geführt. Cloud vs. aaS oder beides? Lösungen fürs Rechenzentrum werden nach wie vor ein wichtiger Teil der IT sein, aber die IT wird immer mehr in die Cloud verlagert, von Serviceprovidern übernommen oder auf As-a-Service-Plattformen stattfinden. Um den Wünschen und Business-Anforderungen ihrer Kunden gerecht zu werden, müssen Managed-Serviceprovider und Software-Entwickler die Art und Weise überdenken, wie sie ihre Kundenbeziehung strategisch angehen.

Fazit:

Vieles von dem, was Unternehmen 2019 beschäftigen wird, wirft bereits seine Schatten voraus. Das strategische Datenmanagement schafft es vielerorts aus seiner Teenager-Zeit hinaus und wird endlich ernst genommen. Das ist auch dringend nötig: Denn wer will schon vom Mitbewerber abgehängt werden, nur weil er sich nicht informiert hat über die Daten, die er hortet?  In den letzten Jahren ist es für Unternehmen zur Gewohnheit geworden, so viele Daten wie möglich zu sammeln und zu speichern. Nach dem Motto: Je mehr Daten du hast, desto mehr Nutzen kannst du daraus ziehen. In diesem Jahr haben Unternehmen jedoch erkannt, dass dies nicht der Fall ist – vielmehr bewirken gesetzliche Vorgaben das Gegenteil. Daher gilt einmal mehr: Wissen ist Macht. Kenne deine Daten.

Der Autor: Olaf Dünnweller ist AVP EMEA Central und Geschäftsführer Deutschland bei Commvault, einem weltweit führenden Anbieter von Backup, Recovery und Archivierung. Sein Fokus liegt auf strategischen Partnerschaften und der Förderung von Mitarbeitern.