Digitales BGM: 4 Vorteile für Arbeitnehmer und Arbeitgeber

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 / 22. March. 2021

Die COVID-19 Pandemie hat unsere Arbeitswelt disruptiv verändert. Galt das Home Office für viele Unternehmen zu Beginn von 2020 noch als seltene Ausnahme, ist daraus ein nachhaltiges Arbeitsmodell entstanden, dessen Flexibilität Arbeitnehmer auch zukünftig nicht mehr missen möchten [1]. Allein diese Entwicklung erfordert die weitere Digitalisierung unserer Arbeitswelt. Auch wenn dabei viele Unternehmen kurzfristig vor eine Herausforderung gestellt werden, so bringt das Digitale langfristig unzählige Vorteile mit sich. Das gilt auch für das betriebliche Gesundheitsmanagement. Denn ein digitales BGM hat das Potential, einige der größten Hindernisse auf dem Weg zu einem erfolgreichen Gesundheitsmanagement zu überwinden – mit positiven Folgen für unser aller Gesundheit.

Zeit- und ortsunabhängige Erreichbarkeit

In unserem schnelllebigen Alltag sind Angebote, auf die wir zugreifen können, wann und wo immer wir es möchten, nicht mehr wegzudenken. Services der Erfolgsgiganten Netflix, Amazon oder Uber sind dafür nur ein paar Beispiele. Gerade bei einem Thema wie unserer Gesundheit, die viel zu oft zu kurz kommt, sollte diese Art von Angebot also nicht weniger relevant sein. Die Digitalisierung ist dafür existentiell wichtig. Dass hierfür eine Nachfrage besteht, bestätigt auch eine Studie des Verbandes Bitkom: 65% der Menschen in Deutschland sagen, dass in unserem Gesundheitswesen digitale Angebote schneller entwickelt werden sollten.[2] Genau diese Nachfrage sollten auch Arbeitgeber im betrieblichen Gesundheitsmanagement nicht unbeachtet lassen. Denn ein digitales BGM bietet eben genau diesen großen Vorteil: Es lässt sich nahtlos in das Leben jedes Einzelnen einfügen. Je diverser die Belegschaft ist, desto verschiedener gestaltet sich auch der berufliche und private Alltag jedes Mitarbeiters. So möchte der eine lieber direkt am Morgen für die eigene Gesundheit aktiv werden, für den anderen bietet die Mittagspause vielleicht ein Zeitfenster, in dem gesundheitliche Inhalte genutzt werden können. Bietet man den Mitarbeitern also ein Gesundheitsangebot, das sie aufrufen können wann Sie möchten, dann erhöht man damit automatisch auch die Erreichbarkeit – einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren im BGM. Das gilt selbstverständlich nicht nur für die zeitliche Komponente. Denn durch das digitale Angebot spielt es auch immer weniger eine Rolle, wo sich die Mitarbeiter gerade aufhalten. So können selbst Mitarbeiter im Außendienst, die von offline Angeboten in der Vergangenheit deutlich weniger profitieren konnten, ein digitales Angebot uneingeschränkt nutzen.

Hohe Wirtschaftlichkeit durch Erweiterung der Teilnehmerzahl und automatisierter Prozesse

Diese gesteigerte Nutzbarkeit bringt als Nebeneffekt auch einen wirtschaftlichen Vorteil mit sich: Kann das Angebot von größeren Teilen der Belegschaft genutzt werden, sinken entsprechend die relativen Kosten pro Mitarbeiter. Bieten Unternehmen Seminare vor Ort an, können durchschnittlich nur 20 Mitarbeiter daran teilnehmen. Doch ein Seminar, das als digitales Format entwickelt wurde, kann je nach Durchführung auch von einer deutlich höheren Anzahl an Mitarbeitern genutzt werden. Digitale Maßnahmen gelten aus diesem Grund, im Vergleich zu Offline Maßnahmen, als kostengünstiger.

Zudem ergibt sich auch eine höhere Wirtschaftlichkeit durch die Automatisierung des Organisationsmanagements. Denn bei digitalen Angeboten erfolgt nicht nur die tatsächliche Gesundheitsförderung über ein digitales Medium, sondern auch die damit verbundenen vor- und nachgelagerten Aktivitäten wie die Mitarbeiterkommunikation, die Teilnehmerbuchung oder auch die Event-Evaluation. Diese Aufgaben werden mehr und mehr automatisiert umgesetzt, was sich ressourcenschonend für das Unternehmen auswirkt.

Personalisierung

Für jeden von uns hat Gesundheit eine individuelle Bedeutung und der eine hat vielleicht ganz andere Bedürfnisse und Ziele als der andere. Aus diesem Grund kann sich auch der Weg zu den eigenen gesundheitlichen Zielen für die Mitarbeiter unterschiedlich gestalten. Hat man das einmal erkannt, weiß man, dass eine „one-size-fits-all“-Lösung im betrieblichen Gesundheitsmanagement nie erfolgreich sein kann. Denn eine solche Lösung wird für viele Mitarbeiter nicht die nötige Relevanz bieten, um auch wirklich Mehrwert für die eigene Gesundheit zu liefern. Digitale Angebote bieten das große Potential, dass sie stärker personalisiert werden können. Ein gutes Beispiel sind Gesundheits-Apps, durch die jeder Mitarbeiter sein individuell erstelltes Programm erhält, das genau auf seine Bedürfnisse und Ziele zugeschnitten werden kann. Mit dieser Art der Personalisierung wird das Angebot für die Mitarbeiter deutlich relevanter und die Motivation steigt, das Angebot auch zu nutzen und damit für die eigene Gesundheit aktiv zu werden.

Zudem bietet das digitale Medium den großen Vorteil, dass ohne großen Aufwand automatisiert Feedback von den Mitarbeitern eingeholt werden kann. Basierend auf diesem Feedback werden Vorlieben über Zeit immer transparenter und das Angebot kann für die Zukunft noch besser zugeschnitten werden. Diese Art der Personalisierung sichert zum einen die Relevanz, zum anderen aber auch die Effektivität der Maßnahmen.

Messbarkeit

Das betriebliche Gesundheitsmanagement wird sich im innerbetrieblichen Wettbewerb um Budgets langfristig nur behaupten können, wenn die Verantwortlichen es schaffen die Erfolge auch zu messen und transparent abzubilden. Genau das stellt viele Unternehmen immer noch vor eine große Herausforderung. Durch die Digitalisierung des Angebots und der Maßnahmen wird die Erfassung relevanter Kennzahlen deutlich erleichtert. Denn das Sammeln von Prozess- als auch von Erfolgskennzahlen erfolgt bei den meisten digitalen Lösungen automatisiert. Selbst die Erfassung der Veränderungen von Gesundheitsparametern wird immer einfacher. So lässt sich eine Aussage darüber treffen, wie viele Mitarbeiter das Angebot nutzen, wie oft sie es nutzen und ob sich die Nutzung tatsächlich in einer Verbesserung ihrer Gesundheit bemerkbar macht. Die Erstellung eines regelmäßigen Reportings ist nicht mehr mit einer unnötig hohen Beanspruchung von Ressourcen verbunden und Verantwortliche können basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen fundierte Entscheidungen treffen.

Fazit

Verstärkt durch die Covid-19 Pandemie, gewinnt die betriebliche Gesundheitsförderung [3] in deutschen Organisationen immer mehr an Bedeutung. Organisationen stehen vor der Entscheidung, auf welche Angebote sie zukünftig setzen sollen, um die bestmögliche Unterstützung für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu erreichen. Es zeigt sich, dass ein digitales, betriebliches Gesundheitsmanagement eine Vielzahl bedeutender Vorteile bietet, die es in Zukunft noch stärker zu nutzen gilt. Eine höhere Erreichbarkeit und die Möglichkeiten für eine stärkere Personalisierung haben das Potential den gesundheitlichen Effekt auf die Belegschaft deutlich zu erhöhen. Eine hoher Ressourcenaufwand und fehlende Messbarkeit der Aktivitäten sind keine vorherrschenden Hindernisse mehr. Damit steht der Möglichkeit, Mitarbeiter dabei zu unterstützen für die eigene Gesundheit aktiv zu werden, nichts mehr im Wege.

 

Quellen und Referenzen:

[1] https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Mehr-als-10-Millionen-arbeiten-ausschliesslich-im-Homeoffice

[2] https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Deutschlands-Patienten-fordern-mehr-digitale-Gesundheitsangebote

[3] https://www.senseble.de/bgm/bgf/

 

Über den Autor / die Autorin:


Thomas Kirchner war, bevor er das Münchner Startup Senseble Health gründete, Mitgründer der digitalen Therapie App Kaia Health. Die Gesundheit der Menschen zu verbessern und sie für einen gesunden Lebensstil zu begeistern sieht er als seine Berufung und Leidenschaft.