Sicherheitsherausforderungen für die neuen Technologien in Europa

bei

 / 18. February. 2020

Neue Technologien erweitern Unternehmensstrukturen in Sekundenschnelle, stellen Sicherheitsexperten jedoch vor neue Aufgaben. Eine aktuelle Studie nennt in diesem Zusammenhang vor allem die Datensicherheit als Hürde.

Es ist schwer in Unternehmen den Anfang und das Ende der digitalen Transformation klar festzumachen. Organisationen müssen sich dem Tempo der Digitalisierung und der damit einhergehenden veränderten Bedrohungslage anpassen. Innovationen sollten kontinuierlich implementiert werden, um dem Zyklus zu folgen und neue Möglichkeiten auszuschöpfen.

Es handelt sich nicht lediglich um eine reine Investition. Dies zeigt der Data Threat Report-Europe Edition, welcher europäische Betriebe und deren Datensicherheit in Bezug auf sensible Informationen in digitalen Transformationsumgebungen analysiert. Über ein Drittel (36 Prozent) der Befragten gibt an, dass sie die Märkte, an denen sie beteiligt sind, durch ein digitales Transformationsprojekt durchdringen möchten.

Der Bericht zeigt auf, dass die Datensicherheit die meisten Organisationen weiterhin vor eine Herausforderung stellt. In Transformations-Umgebungen sind Daten häufig anfällig und ungeschützt. Doch damit sind die Herausforderungen und das Aufgabenspektrum für CIOs und die IT-Funktion noch nicht ausgeschöpft. IT-Verantwortliche müssen sich nicht nur mit einer Bandbreite neuer Basistechnologien, welche die Grenzen von Konnektivität, Stabilität und Effizienz sprengen, sondern auch mit einer Reihe von Sicherheitsherausforderungen auseinandersetzen.

Die Untersuchung betrachtet unter anderem die digitale Transformation in Europa und zeigt, dass der Kontinent im weltweiten Vergleich leicht zurückfällt. Deutschland liegt jedoch über dem Durchschnitt. Oberflächlich betrachtet bietet Digitalisierung Unternehmen die Chance durch hybride, cloudbasierte Infrastrukturen, anderen Mitbewerbern mit älteren Perimeterstrukturen voraus zu sein. Dennoch stehen gerade diese Firmen vor der Herausforderung Sicherheitsarchitekturen in alte Infrastrukturen zu implementieren und gleichzeitig neue, digital transformative Technologien einzuführen. Es ist ein paradoxes Unterfangen, denn dies kann dazu führen, dass Sicherheitsfachleute ihr Ziel verfehlen, nehmen sie an, neue Technologien bieten automatisch mehr Schutz. Doch steigt die Anzahl der zu sichernden Infrastruktur, ist das Netzwerk nicht weiter lokal im Server verankert. Je mehr Daten auf eine stetig steigende Zahl an Umgebungen verteilt sind, desto schwieriger wird es für das Unternehmen, sich auf den Schutz von Daten in einer einzelnen Umgebung zu konzentrieren. Daher ist ein intelligenter Ansatz für die Datensicherheit und die Einführung moderner, hybrider Multi-Cloud-Technologien notwendig. Ein nicht zu unterschätzender Fakt ist, dass das Potential an Firmen, welche der Cloudifizierung folgen, in Europa noch nicht ausgeschöpft ist, denn sie nutzen im weltweiten Vergleich mit 67 Prozent bisher weniger Clouds wie SaaS, PaaS und IaaS für die Speicherung sensibler Daten. Insgesamt speichern jedoch 98 Prozent der europäischen Unternehmen diese Daten auf digital transformierbaren Umgebungen. Das zeigt das Potential, aber auch die Herausforderung auf.

Die überwiegende Mehrheit (84 Prozent) der Betriebe nutzt heutzutage digitale Transformationstechnologien wie Big Data, Container, Blockchain und das Internet der Dinge (IoT). Wie entwickeln sich diese Innovationen aus der Sicht der Cyber-Sicherheit?

IoT

Der Bericht stellte primäre Bedrohungen für das Internet der Dinge in Europa fest: Angriffe auf IoT-Geräte sowie deren Verlust oder Diebstahl und den Mangel an etablierten Sicherheitsrahmen. Im Gegensatz dazu sind Themen wie der Schutz sensibler Daten, die von IoT-Geräten erzeugt werden, mit Technologien wie Verschlüsselung, Tokenisierung und Validierung der Integrität von IoT-Geräten erfassten Daten weitaus weniger problematisch in Europa als auf anderen Kontinenten. Dies ist der Fall, da damit verbundene Risiken in Europa grundsätzlich bereits seit längerer Zeit ernst genommen werden.

Big Data

Das Bild sieht jedoch etwas anders aus, wenn die Bedrohungen im Zusammenhang mit großen Datenmengen betrachtet werden. Europäische Organisationen sind hier am meisten über eine stärkere Verschlüsselung und Zugangskontrolle auf Systemebene und eine stärkere Zugangsauthentifizierung besorgt. Die Möglichkeit, verschlüsselte oder tokenisierte Daten in großen Umgebungen zu analysieren, wirkt auf die Unternehmen oftmals verwirrend.

Blockchain

Trotz des enormen Potenzials der verteilten Ledger-Technologie darf eine ganze Bandbreite neuer Sicherheitsprobleme nicht übersehen werden. Es können neue Gefahren entstehen wie Insider-Risiko, Kryptojacking und Volatilität der Online-Währung. Die Befragten in Europa scheinen besonders nervös zu sein und zeigen sich besorgter als die Teilnehmer in der globalen Stichprobe. Von den neueren Technologien, die hier vorgestellt werden, ist das Verständnis der Herausforderungen der Blockchain-Sicherheit wahrscheinlich am weitesten entwickelt. Es ist aber noch ein weiter Weg, bis dies eine zuverlässige, sichere Basistechnologie für Firmen weltweit darstellt.

Container

Was die Verwendung von Containern in der Entwicklung betrifft, so sind die europäischen Organisationen vor allem um die Sicherheit der gespeicherten Daten besorgt – gefolgt von der Verbreitung von Malware zwischen den Behältern und dem mangelnden Vertrauen in Container-Images von Dritten.

Diese neuen Technologien bieten ein bemerkenswertes Potenzial, die Art und Weise, wie Produkte und Dienstleistungen entwickelt, verwaltet, verkauft und konsumiert werden, zu verändern. So können Unternehmen die Komplexität bewältigen und mit weniger Aufwand mehr erreichen. Digitale Innovation spielt die tragende Rolle im Wettbewerb. Umso wichtiger ist es, diese neuen Bedrohungen im Auge zu behalten. Wenn die neuen Voraussetzungen geschafft werden, ist ein Schritt zur Sicherung der digitalen Transformationsprojekte als Ganzes und gleichzeitig der zukünftigen Wirtschaft getan.

Fazit

Die Studie zeigt auf, dass die digitale Transformation fundamentale Auswirkungen auf die Weltwirtschaft, insbesondere mit Blick auf Europa hat. Sie bietet Chancen, einen Wettbewerbsvorteil zu generieren, indem Prozesse effizienter gestaltet werden. Unternehmen sind in der Lage ihre Infrastruktur exponentiell zu steigern. Dennoch stellt die Digitalisierung den Bereich der Informationssicherheit vor neue Herausforderungen. Nicht nur das dynamisch wachsende Bedrohungsumfeld, sondern auch die zunehmend strengen Vorschriften konfrontieren Sicherheitsfachleute mit neuen Aufgaben. Die Implementierung neuer Technologien scheint notwendig, dennoch sollte stets auf bewährte Verfahren im Umgang mit sensiblen Daten gesetzt werden, um eine sichere digitale Transformation zu gewährleisten.

 

Thorsten Krüger, Regional Sales Director DACH bei Thales beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit dem Vertrieb und der Beratung von IT und IT-Sicherheitslösungen. Er ist Experte für die Themen Verschlüsselung, Key Management und starke Authentifizierung.