Recruiting mit Leidenschaft: Das OTTO-Jobbotschafterprogramm

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 / 28. January. 2019

Als E-Commerce-Unternehmen sucht OTTO vor allem Tech-Experten – wie viele andere auch. Dass es schwierig ist, geeignete Kandidaten zu finden und von sich zu überzeugen, ist kein Geheimnis. Immer mehr Arbeitgeber konkurrieren um die gleichen Talente, während die Anzahl qualifizierter Bewerber abnimmt. Flexible Arbeitszeiten, Home-Office und andere Benefits sollen die Aufmerksamkeit der Bewerber nachhaltig sichern und eine Differenzierung von Mitbewerbern ermöglichen. Natürlich können wir ausschweifende Reden schwingen, wie toll es ist, bei uns zu arbeiten und welche Vorzüge wir bieten. Das ist einfach und schnell gesagt – doch wie sieht die Arbeitsrealität aus?

Was Jobs mit Uhren und Proteinpulver gemeinsam haben

Betrachten wir Jobs als Produkte. Wer sein Produkt oder seine Marke in Zeiten von Instagram und Co. bewerben will, greift nicht selten auf Influencer zurück. Authentisch, nahbar, persönlich. Was bei Uhren, Proteinpulver und Hotels funktioniert, sollte doch auch mit unseren Jobs gehen – so der Gedanke. Denn wer kann einen besseren Einblick in unsere Aufgaben und Arbeitswelt geben als die Menschen bei OTTO – die „Nutzer des Produkts“? Natürlich will man sich vor einem Kauf ein genaues Bild machen. Bewertungen und Erfahrungsberichte lesen. Abwägen. Die Katze im Sack kauft man eher selten, vor allem wenn es eine größere Anschaffung ist.

OTTO-Jobbotschafter ermöglichen authentische Einblicke

Diesem Gedanken folgend, bilden wir als eines der ersten Unternehmen in Deutschland seit Oktober 2017 unsere Mitarbeiter zu Jobbotschaftern aus. Damit geben wir ihnen die Bühne, selbst über ihren Job bei OTTO zu berichten und so mit ihrer Leidenschaft zukünftige Kolleginnen und Kollegen für uns zu begeistern. Das Ziel: ein authentischer Einblick, wie wir den E-Commerce von morgen gestalten und Veränderung leben. Die Möglichkeit geben, das Produkt „Job“ vor dem Kauf zu beurteilen. Und das wirkt! Genau diese persönlichen und nahbaren Informationen über OTTO interessieren die Bewerberinnen und Bewerber nachweislich. Insbesondere im qualitativen Feedback, das wir beim Onboarding erheben, wird deutlich, dass in dem Moment, in dem sich der Bewerber für uns als Arbeitgeber entscheidet, häufig unsere Jobbotschafter involviert waren.

Training zum OTTO JobbotschafterRecruiting betrifft nicht nur den HR-Bereich

Das Jobbotschafterprogramm ist seitdem ein wichtiger Teil der Recruitingstrategie und unseres Employer Brandings geworden. Gleichzeitig bekommen die Fachbereiche mehr Verantwortung, passende Talente selbst zu finden. Denn oft haben die Teams ein genaueres Bild davon, welche Qualifikationen und Persönlichkeiten gesucht werden. Die Direktansprache von Kandidaten übernimmt zwar unser Active-Sourcing-Team, die Pflege von Konferenz- und Messekontakten liegt jedoch häufig bei den Kolleginnen und Kollegen der Fachbereiche. Das können unverbindliche Treffen mit potenziellen Bewerbern sein oder sogenannte Meet-Ups. Bei diesen Fachvorträgen laden wir unsere Messe- und Konferenzkontakte ein, sich gemeinsam mit OTTO-Mitarbeitern über aktuelle Tech-Trends und OTTO-Projekte auszutauschen. So geben wir authentisch Einblicke in unsere Arbeitsweisen und -kultur.

Dass sich mittlerweile rund 200 OTTO-Mitarbeiter freiwillig dazu bereit erklärt haben, uns mit dem Programm zu unterstützen, freut uns sehr. Mit ihren Gesichtern und persönlichen Geschichten finden sie sich auf Plakaten, Konferenzen, Social Media oder in Bewerbungsgesprächen wieder – je nach persönlicher Vorliebe.

Jobbotschafter setzen auf ihre jeweiligen Stärken

Wer Lust darauf hat, Jobbotschafter – also Corporate Influencer – zu sein, meldet sich einfach an. Es gibt kein Auswahlverfahren. Manchmal werden Kolleginnen und Kollegen auch von unseren Recruitern angesprochen, wenn sie durch Vorträge, Konferenzen oder ihre Aktivitäten in den Social-Media-Kanälen auffallen. Als Experten in ihrem Fachgebiet haben sie sich oft einen Namen gemacht, sind also schon inoffizielle OTTO-Botschafter. Warum sollten wir ein solches Potenzial nicht nutzen? Das anschließende Programm versteht sich als Angebot aus verschiedenen Trainings. Es gibt keinen definierten Ausbildungsplan. Grundlegend für uns ist die Leidenschaft für den eigenen Job. Und die Lust, andere dafür zu begeistern.

Damit haben wir als eines der ersten Unternehmen Deutschlands das Konzept der sogenannten Corporate Influencer systematisiert und ausgebaut. Hier setzen wir auf die jeweiligen Stärken der Jobbotschafter und bieten entsprechende Trainings, um diese zu fördern. Jemand der gerne auf Social Media unterwegs ist, kann uns beispielsweise durch das Verfassen oder Teilen von Beiträgen auf unseren Kanälen unterstützen. Andere glänzen hingegen im direkten Kontakt mit Interessierten auf Messen und Konferenzen. Wir profitieren vor allem von den Ideen und Einblicken unserer Fachexperten. Sie wissen, welche Themen ihre Community spannend findet und über welchen Kanal diese erreicht werden kann. Die Reichweite unserer Corporate Influencer in den sozialen Medien ist hier zweitrangig.

Otto Jobbotschafter bei der Arbeit.Daraus entstanden sind sechs Module, die neben der Kandidatengewinnung auch die anschließende Auswahl betreffen:

  1. Multiplikator
    Multiplikatoren helfen aktiv bei der Markenbildung von OTTO als Arbeitgeber, indem sie zu ihrer Community passende Beiträge von OTTO in Social-Media-Kanälen ihrer Wahl teilen und kommentieren oder selbst Inhalte entwickeln. Sie können diese Kanäle auch zeitweise übernehmen oder Interessierte über Live-Videos auf Twitter oder Facebook an Veranstaltungen teilhaben lassen. Das Ziel: uns dabei zu unterstützen, neue Talente auf OTTO aufmerksam zu machen, die Reichweite von OTTO als Arbeitgeber zu erhöhen und die Arbeitswelt online authentisch darzustellen.
  2. Socializer
    Socializer vertreten OTTO als Arbeitgeber auf externen Recruiting-Veranstaltungen, internen Events und Fachkonferenzen und führen Gespräche mit Talenten. Sie zeichnet aus, dass sie gerne in Kontakt mit Menschen gehen, andere begeistern und so das Interesse für OTTO wecken. Das Ziel: im direkten Touchpoint zu Bewerbern – vor allem im persönlichen Kontakt – einen echten Einblick in die Arbeitswelt und die Aufgabengebiete zu vermitteln.
  3. Fachexperte
    Fachexperten halten auf externen Recruiting-Veranstaltungen, Fachkonferenzen oder Inhouse-Days Vorträge zu aktuellen und trendorientierten Themen ihrer Fachgebiete. Gegenüber dem Socializer steht in diesem Modul vor allem der fachliche Beitrag im Fokus.
    Das Ziel: die Wahrnehmung von OTTO als E-Commerce-Arbeitgeber mit Technologiekompetenz zu stärken.
  4. Co-Recruiter
    Co-Recruiter führen nach Absprache mit der Führungskraft und dem Recruitment eigenständig Interviews, um als Expertin oder Experte die fachliche Eignung von Kandidatinnen und Kandidaten zu beurteilen. Gleichzeitig beantworten sie während des Interviews fachliche Fragen zur Position und zur Zusammenarbeit im Team. Das Ziel: Neben der Beurteilung der fachlichen Eignung sollen sie durch authentische Informationen zu den Aufgaben und dem Team ein realistisches Bild des zukünftigen Arbeitsplatzes vermitteln.
  5. Impulsgeber
    Impulsgeber bringen neue Ideen zur Optimierung des Bewerbungsprozesses und des Arbeitgeberauftritts aus ihrer persönlichen Sicht ein und werden bei kreativen Brainstormings und zielgruppenorientierten Workshops einbezogen. Das Ziel: den Personalbereich durch Verbesserungsvorschläge und Ideen dabei zu unterstützen, Bewerbungsprozesse und Formate zur Verbesserung der Candidate Experience kontinuierlich zielgruppen- und trendgerecht anzupassen.
  6. Kontakter
    Kontakter stehen als Ansprechpartner für Bewerberfragen zu Jobprofil und Team zur Verfügung und begleiten die zukünftigen Kolleginnen und Kollegen nach Vertragsunterschrift bis zu ihrem ersten Arbeitstag bei OTTO. Sie sind auch anwesend, wenn die Kandidatinnen und Kandidaten ihr Team und die Räumlichkeiten bei verschiedenen Formaten kennenlernen. Das Ziel: Den Bewerbungsprozess möglichst persönlich zu gestalten, Unsicherheiten zu nehmen und vorausschauenden „Service“ zu bieten.

Loslassen können

Was wir gelernt haben? Loslassen. Das klingt einfacher als es ist, ein Kontrollverlust fällt im ersten Schritt nie leicht. Freiräume sind jedoch essentiell, damit unsere Botschafter einen glaubwürdigen Eindruck über ihren Arbeitsalltag vermitteln können. Wir wollen unsere „Influencer“ nicht verändern und zwingen ihnen nichts auf. Unsere Kommunikatoren und HR-Profis geben wertvolle Tipps über gutes Storytelling und unser Unternehmen. Wie unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre persönliche „OTTO-Geschichte“ letztendlich erzählen, ist ihnen selbst überlassen. Das ist der Kerngedanke unseres Jobbotschafterprogramms.

OTTO_Katy-Roewer

Die Autorin: Katy Roewer ist seit Juni 2015 OTTO-Bereichsvorstand Service & Personal und verantwortet neben dem Kundenservice, der Logistik und Personal die Themen Finanzen und Controlling.