5G und NFV sind Treiber der Digitalen Transformationen

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 / 25. July. 2018

Network Functions Virtualization und 5G zählen zu den zentralen Technologien, mit denen Telekommunikations- und Cloud-Provider Applikationen und Services effizienter bereitstellen können.

Aktuell konzentriert sich Network Functions Virtualization (NFV) auf die Virtualisierung physischer Telekommunikationsfunktionen, vergleichbar mit Virtualisierungssoftware in Rechenzentren, die sich mit der Virtualisierung von Servern und Speichersystemen befasst. Um die Digitale Transformation voranzubringen, nutzen einige Telekommunikationsunternehmen sowohl NFV- als auch Software-defined-Networking (SDN)-Technologien. Sie können sich dabei entscheiden, ob sie NFV- und SDN-basierte Lösungen On-Premises implementieren oder innovative Business-Services ihrer TK- und ISP-Partner in Anspruch nehmen wollen; eine wichtige Bedingung dabei: die Services müssen schneller einsatzbereit und kosteneffizienter sein.

Mit OpenStack, einer bevorzugten Lösung für eine Open-Source-Cloud, sind Netzbetreiber und Cloud-Provider in der Lage, auf einer NFV-Plattform Services und Applikationen in Private- und Public-Cloud-Umgebungen bereitzustellen. OpenStack ermöglicht, Technologien wie Virtual Network Functions, SDN und Orchestrierungs-Tools von unterschiedlichen Anbietern einzusetzen und damit Services und Anwendungen kosteneffizient auszuliefern. Eine Reihe von Telekommunikationsunternehmen sammelte mit OpenStack schon umfangreiche Erfahrungen bei der internen und Multi-Vendor-Integration sowie der agilen DevOps-Anwendungsentwicklung mit Microservices.

Microservices als Schlüsseltechnologie

Microservices haben sich bereits als Schlüsseltechnologie für Applikationen etabliert und immer mehr Unternehmen wollen sie auch für ihre Netzwerkinfrastrukturen und Datenmanagement-Plattformen nutzen. Wahrscheinlich werden sich in den nächsten fünf Jahren Microservices-Architekturen auch bei Telekommunikations- und Cloud-Service-Providern als Standard für Applikationen und Netzwerkdienste durchsetzen. Ein wichtige Rolle spielt dabei, die Anpassung des Sourcecodes von Applikationen und Diensten an Microservices zu bewältigen und gleichzeitig solche Anwendungen zu modernisieren und weiterzuentwickeln, für die eine Migration zu teuer wäre. Technologien wie offene, verteilte Real-Time-Message-Bus-Infrastrukturen, Datenmanagement, Software-defined Storage und ein interoperables API-Management können gemeinsam dazu beitragen, eine Integration der neuen Entwicklungs- und Betriebsplattformen für Applikationen und Dienste in bestehende Legacy-Systeme verschiedener Hersteller zu ermöglichen und die Digitale Transformation voranzutreiben.

Telekommunikationsunternehmen haben schon eine Reihe von Netzwerkfunktionen wie Mobile VPN und Virtual Customer Premises Equipment (vCPE) virtualisiert. Einer der nächsten Schritte ist die Virtualisierung des Funkzugangsnetzes (Cloud Radio Access Network) – und dazu gehört auch Multi-Access Edge Computing (MEC). Netzbetreiber und Cloud Provider können mit MEC Rechenzentrumsressourcen in unmittelbarer Nähe der Kunden, Unternehmen oder der Endgeräte selbst bereitstellen. MEC zielt darauf ab, die Qualität der Benutzererfahrungen zu verbessern und Services überall für die richtigen Personen und Geräte zur richtigen Zeit und deutlich schneller bereitstellen zu können.

Intelligente IoT-Gateways beispielsweise ermitteln und verarbeiten am Edge Daten aus dem Fertigungsbereich, damit sie in Echtzeit analysiert werden und aussagekräftige Einblicke in die Geschäftsprozesse liefern können. Weitere Use Cases sind beispielsweise intelligente Transportsysteme, die den Verkehr auf Autobahnen, Eisenbahnen, Fluglinien und sogar Wasserstraßen automatisieren, um Menschen und Güter sicher, effizient und kostengünstig zu befördern. Solche Transportsysteme der nächsten Generation müssen in der Lage sein, riesige Datenmengen sehr schnell zu erfassen, zu analysieren sowie aufzubereiten. Sie profitieren dabei von verteilten MEC-Architekturen.

Das Internet, WLAN- und Mobilfunknetze wachsen immer stärker zusammen. Quelle: Red Hat

5G bietet enorme Innovationspotenziale

Unternehmen erwarten von ihren Telekommunikationsanbietern sichere, personalisierte Services und Anwendungen zu günstigen Preisen. Die Services und Applikationen können von einem stärker verteilten Implementierungsmodell profitieren, implementiert mit einer MEC-Architektur. Vorteile für Unternehmen bringt zudem die Kombination von 5G- und MEC-Technologien mit einem Open-Source-Modell. Es integriert DevOps- sowie Continuous-Integration- und Continuous-Delivery-Ansätze und ermöglicht damit die Erstellung innovativer Anwendungen für Augmented Reality und Virtual Reality, das Internet of Things, künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen. Die Applikationen bilden wichtige Bausteine für die Digitale Transformation in Unternehmen.

Allerdings erfordern das rasante Tempo des technischen Wandels und die Disruption, die Unternehmen auf dem Weg zur digitalen Wirtschaft durchlaufen, von den Mitarbeitern neue Fähigkeiten, Änderungen in den Geschäftsprozessen und eine offene Unternehmenskultur. Organisationen brauchen Mitarbeiter mit unterschiedlichen Fähigkeiten, die offen zusammenarbeiten, um Innovationen zu beschleunigen.

KI für Netzwerke und IT-Sicherheit

Telekommunikationsanbieter können KI-Use-Cases sowohl aus der Netzwerk- als aus der IT-Sicherheitssicht angehen. Im Netzwerkbereich eignet sich KI zur Analyse großer Mengen von Telemetriedaten, die in verteilten 4G- und bald auch 5G-IT-Infrastrukturen erfasst werden. Sie dienen als Grundlage für eine schnelle, effiziente und autonome Bereitstellung von Services. In IT-Security-Use-Cases unterstützen KI, maschinelles Lernen und Blockchain-Technologien Netzbetreiber beispielsweise bei Identity-as-a-Service-Anwendungen, bei der Betrugsprävention im Mobile-Roaming-Umfeld, dem Datenmanagement zur Verifikation von Identitäten sowie einer durchgehenden Abrechnung von IoT-Anwendungen.

Der Autor: Ian Hood ist Chief Architect, Global Service Provider bei Red Hat, dem weltweit führenden Anbieter von Open-Source-Technologien. Hood kann auf mehr als 30 Jahre Erfahrung in den Bereichen Technik und Telekommunikation zurückblicken. Als Impulsgeber und vertrauenswürdiger Berater verfügt er über eine Fülle von Branchen- sowie Open-Source-Kenntnissen und hilft so den Kunden von Red Hat, im Zeitalter der Digitalen Transformation erfolgreich zu sein. Ian Hood ist ein sehr aktiver und gefragter Redner bei vielen aktuellen Technologie-, Industrie- und Kundenforen. Er ist ein in Ontario zugelassener Professional Engineer und verfügt über einen Bachelor-Abschluss in Elektrotechnik der University of Waterloo.

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