7 Gründe, wieso sich die Blockchain mittelfristig auch bei Ihrem Unternehmen durchsetzen wird!

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Blockchain image by Davidstankiewicz is licensed under CC SA 4.0
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 / 18. Juli. 2017

Viele Unternehmen und Personen stellen sich folgende Fragen:

Was ist an der Blockchain so besonders?
Warum soll Aufwand betrieben und die bestehenden Systeme, mit bewährten Lösungen, gegen diese neue Technologie ersetzt werden? Lohnt sich das?

7 Punkte, die Sie in Betracht ziehen sollten, wenn Sie sich mit der ersten Frage auseinandersetzen:

1. Datensicherheit

Die Blockchain bietet eine erhöhte Datensicherheit, durch dezentrale Speicherung. In einer klassischen Datenbank können, durch einen Angriff, Daten verändert oder gelöscht werden. Dadurch, dass die Daten jedoch bei vielen Parteien gespeichert werden, sinkt dieses Risiko gegen null. Hierdurch müsste sich ein Angreifer Zugriff auf tausende Rechner verschafft und eine gleichzeitige Datenänderung vornehmen. Dabei muss angemerkt werden, dass nicht jeder Nutzer in Besitz aller Daten sein muss und kann.
Aufgrund der Architektur der Blockchain reichen kleine Datenpakete aus, um den Inhalt der ganzen Kette zu verifizieren. Dies ermöglicht ein schnelles Aufdecken potentieller Manipulationen.

2. Kein Risikomonopol

Durch die Dezentralität verschiebt sich auch das Risiko. Bei einer klassischen zentralen Speicherung trägt derjenige, der den Dienst bereitstellt, das alleinige Risiko für dessen Konsistenz, Verfügbarkeit und Sicherheit. Indem die Daten nicht mehr bei einer Partei liegen, liegt auch das Risiko nicht mehr nur bei einer Partei, sondern wird geteilt. Je mehr Parteien die Daten speichern, desto geringer fällt das gesamte – zu tragende – Risiko aus.

3. Minimierung des Verwaltungsaufwandes

Ein großer Vorteil sind „Smart Contracts“. Hierbei handelt es sich um Verträge, die sich nach dem eintreten bestimmter Parameter selbstständig ausführen. So wird die Zahlung für ein Produkt, nachdem die Lieferung abgenommen wurde, automatisiert durchgeführt – bzw. nach einer vereinbarten Frist angestoßen.

4. Gleichstellung von Vertragspartnern

Falls zwischen zwei Geschäftspartnern Uneinigkeit über eine Forderung herrscht, bekommt nicht immer jener Recht, der tatsächlich das Recht auf seiner Seite hat, sondern vielmehr die Partei, mit der besseren Verhandlungsposition. Ähnlich verhält es sich mit Versicherungen. Melden Sie als Kunde einen Schaden bei Ihrer Versicherung, stehen Sie deutlich besser da, als ein Geschädigter, der bei einer fremden Versicherung einen Anspruch geltend machen möchte. In der Blockchain entsteht eine Entscheidung demokratisch. Das heißt nicht, dass eine Einzelperson entscheiden kann, wer Recht hat.
Vielmehr entscheidet das Netzwerk von Computern, ob die vorher bestimmten Bedingungen erfüllt wurden oder nicht. Das Urteil, dass die Mehrheit im Netzwerk trifft, gilt als „Soll-Wert“ und wird automatisiert durchgeführt.

5. Kostenreduktion

Aus den geringeren Aufwendungen für Risikomanagement, Datensicherheit und Verwaltung sinken auch die finanziellen Belastungen für Unternehmen. Zwar muss zu Beginn in die Technologie investiert und gegebenenfalls die gesamte IT modernisiert werden, dafür sinken aber die laufenden Kosten signifikant.
So schätzt der Thinktank der spanischen Bank Santander, dass Banken damit bis 2022 ein jährliches Einsparpotential in Höhe von 15 bis 20 Milliarden Dollar besitzen.

6. Öffnung des Marktes

Durch die geringen Kosten für Datensicherheit, Erreichbarkeit und Anschaffung erschließt sich auch für viele kleine Anbieter die Gelegenheit, sich dem Wettbewerb großer Anbieter zu stellen.
So können Start-Ups neue Finanzdienstleistungen und Versicherungen, auf Basis von Smart Contracts anbieten, ohne, dass eine Verwaltung benötigt wird. Aus diesem Grund können auch deutlich attraktivere Preise angeboten und eine ernste Konkurrenz zu renommierten Dienstleistern aufgebaut werden.

7. Mehr Kooperation

Die Blockchain findet ebenso oft Erwähnung, wenn Unternehmen untereinander kommunizieren wollen.
Nun stellt sich die Frage, woran die Kommunikation bisher scheiterte? Ein wesentlicher Punkt ist das Machtverhältnis zwischen den Akteuren.
Welcher Teilnehmer verwaltet die Daten und welcher darf diese nutzen? Wer trägt die Kosten? Wer die Verantwortung? Im Zweifel werden sich die Akteure für eine gemeinsame Unternehmung entscheiden, die mit der Verwaltung und Bereitstellung der Daten beauftragt wird. Aber welches Unternehmen entscheidet, wer den Geschäftsführer dieser neuen Firma stellen darf?

Die Blockchain ermöglicht allen Teilnehmern die gleichen Machtverhältnisse über die Daten, da sie jeder speichern kann. Auch können sie durch Verschlüsselung geschützt werden, so dass nicht alle Daten mit jeder Partei geteilt werden müssen. Aus diesem Grund hat die Blockchain, besonders in der Vernetzung von Unternehmen, eine große Zukunft.

Ob die Blockchain in allen Bereichen ihr volles Potential ausschöpfen kann, ist momentan ungewiss. Selten kamen disruptive Innovationen ohne Probleme und Widerstände auf den Markt. Dennoch lohnt sich eine Analyse, ob es für Ihr Unternehmen Bereiche gibt, die Sie optimieren können. Mittelfristig werden Sie sich damit auseinandersetzen müssen.

Alexandros Karakatsis ist Consultant bei CGI mit dem Schwerpunkt Businessanalyse und steuert die Practice „Blockchain-DE“ mit dem Ziel, Wissen innerhalb des Unternehmens auszutauschen, um den Kunden optimale Lösungen anbieten zu können. Ihn interessieren, neben den technischen Gegebenheiten, vor allem die Erarbeitung von sinnvollen Use-Cases, die dem Kunden und Nutzer einen tatsächlichen Mehrwert bieten.
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