Neuralink: Elon Musk macht uns zu Cyborgs

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Neuralink will Elektroden direkt im Gehirn implantieren.
Durch Firmen wie Neuralink könnten Computer immer mehr ein Teil von uns werden. Foto: Pixabay

Das neueste Projekt des Tesla und SpaceX CEOs Elon Musk heißt Neuralink und plant, ganz ähnlich wie Facebook, Gehirn und Computer zu vernetzen. Derartige Pläne hatte vergangenes Jahr auch schon Braintree-Gründer Bryan Johnson mit seinem 100 Millionen Dollar Investvent in die Firma Kernel angekündigt.

Es klingt nach einem Science Fiction-Film, eine Maschine mit der Kraft unserer Gedanken nutzen zu wollen. Elon Musk will aber bereits in vier Jahren mit einem ersten kommerziellen Produkt an den Markt gehen. Zunächst richtet sich Musk an Menschen mit schweren Hirnschäden, etwa im Zuge eines Schlaganfalls, die durch künstliche Intelligenz unterstützt werden sollen. In einem zweiten Schritt sollen auch Menschen ohne Einschränkungen profitieren – in etwa acht bis zehn Jahren.

Neuralink vernetzt Mensch und Maschine

Anders als Facebook will Neuralink Elektroden direkt ins Gehirn implantieren und Nutzer so mit Computern verbinden. Ähnlich wie Google Vorschläge macht, wenn man Sätze ins Suchfeld eintippt, könnte man in Echtzeit im Kopf Denkanstöße durch den Computer erhalten. Künstliche Intelligenz würde uns dann nicht in naher Zukunft ersetzen, sondern unsere Fähigkeiten erweitern. Das mutet unheimlich an, ist nach Musk aber ein unaufhaltbarer Prozess, da wir schon heute hochgradig abhängig von unseren Laptops und Smartphones seien.

Kritiker bestreiten dabei weniger die grundsätzliche Möglichkeit einer solchen Mensch-Maschine-Vernetzung, als die Durchsetzbarkeit in so kurzer Zeit. Ein Implantat einzusetzen würde eine komplizierte Operation am Gehirn erfordern und den betroffenen Menschen entsprechend enormen Risiken aussetzen. Eine sichere Methode zu ermitteln, würde Jahre lange Versuche an Tieren voraussetzen, ehe überhaupt Operationen an Menschen durchgeführt werden könnten.

Facebooks nichtinvasiver Ansatz dagegen würde die Gefahren einer solchen OP zwar umgehen, könnte aber auch weit weniger präzise sein. Hier sollen unsere Hirnsignale mit optischen Sensoren am Kopf von außen erfasst werden. Die Sensoren sollen hierzu sogenannte quasi-ballistische Photone herausfiltern. Diese speziellen Photone werden nicht so oft zerstreut wie übliche Photone, was eindeutigere Messergebnisse zulassen würde. Die hierfür nötigen Sensoren existieren heute allerdings noch nicht.

LR

 

 

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