Entwicklerkonferenz F8: Facebook will Gedanken lesen

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Entwicklerkonferenz F8: Facebook sucht neue Wege Menschen mit Technologie zu verbinden.
Facebooks Vision: Das Handy nutzen und dennoch mit den Menschen in der unmittelbaren Umgebung verbunden bleiben.

Am ersten Tag der Facebook Entwicklerkonferenz F8 am 18. und 19. April 2017 in San José, Kalifornien ging es um Augmented Reality, Social VR und den Facebook Messenger. Am zweiten Tag setzt Facebook noch eins drauf: Nutzer sollen künftig „mit ihrem Gehirn tippen und mit ihrer Haut hören“ können.

So viele Vorteile uns Handys gebracht haben, ein entscheidender Nachteil sei der, dass Menschen sich zu sehr damit beschäftigen und den Leuten in ihrer direkten Umgebung zu wenig Aufmerksamkeit schenken, erklärt Sprecherin Regina Dugan dem Publikum in der keynote (ab 01:08:07). Sprachsteuerung sei eine Möglichkeit sich wieder bewusster im Hier und Jetzt zu bewegen, es gebe aber noch viele weitere Möglichkeiten, den Geist und den Körper gewinnbringend zu nutzen.

Facebook und Science Fiction: Mit dem Gehirn tippen?

Sprachsteuerung hat klare Vorzüge, da man nicht aufs Handy sehen muss, etwa beim Autofahren, und seine Hände nicht gebrauchen muss, so etwa beim Kochen. Verglichen mit den Leistungen unseres Gehirns, so Dugan, sei der Sprechakt allerdings extrem verlangsamt. Damit Nutzer künftig mit dem Gehirn tippen können, will Facebook nun diejenigen neuronalen Netze dekodieren, die im menschlichen Gehirn für Sprache verantwortlich sind und dabei rund 100 Worte pro Minute erfassen können – das sei fünf Mal so schnell wie man auf dem Handy tippen könne.

Menschen mit Behinderungen und Sprachstörungen könnte sich so eine neue Möglichkeit der Kommunikation bieten. Dugan führt das Beispiel einer Frau mit ALS an, die zur Bewegung unfähig in ihrem Körper gefangen ist, aber durch ihre Gedanken eine Maus bewegen und über Buchstaben kommunizieren kann. Dies will Facebook extrem beschleunigen, ohne den Umweg über Buchstaben zu gehen oder auch Implantate nutzen zu müssen.

Dabei gehe es nicht darum, jeden unserer Gedanken zu lesen, sondern eine gezielte Auswahl dieser, für die man sich selbst entscheidet. Man könne so einem Freund eine SMS senden, ohne das Telefon aus der Tasche zu nehmen oder eine schnelle e-mail schreiben, während man auf einer Party ist. Das Konzept hat Dugan anschließend in einem Facebookpost noch einmal zusammengefasst.

Mit der Haut hören

Von der Blindenschrift Braille geht Dugan zur Tadoma Methode über – einer Kunstsprache für sowohl gehörlose, als auch blinde Menschen – um bewährte Möglichkeiten aufzuführen, unsere Haut und den Tastsinn sinnvoll zu nutzen. Facebook testet nun unsere Fähigkeit „die akustischen Formen von Worten auf dem Arm zu spüren“, als eine Art neue Sprache mit „haptischem Vokabular“. In Zukunft könnte es somit möglich sein, dass Person A etwas auf Mandarin denkt und Person B dies auf Spanisch fühlt, so Dugan. Auch für Analphabeten könnte dies neue Kommunikationswege eröffnen. Die Entwicklung zu einem ausgereiften Produkt wird noch einige Jahre in Anpruch nehmen.

LR

 

 

 

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