Snapchat geht an die Börse

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Snapchat geht an die Börse. Foto: snapchat
Snapchat geht an die Börse. Foto: snapchat

Börsengang des Fotodiensts

Die Firma hinter der beliebten Bilder-App heißt Snap Inc. Bei der Aktienplatzierung will sie drei Milliarden Dollar einnehmen – also etwa 2,8 Milliarden Euro. Möglicherweise ist die angegebene Summe ein Platzhalterbetrag, denn laut früheren Medienberichten strebte Snap ursprünglich einen Börsenwert von stolzen 25 Milliarden Dollar an. Dass sich der angekündigte Wert also noch verändern wird, ist gut möglich.

Erfolgsstrategie

Die meisten der aktiven User sind Millennials. Dementsprechend sind 90 Prozent der User unter 35 Jahre alt. An Schulen und Universitäten finden sich scharenweise junge Menschen, die „snapen”. Sie schießen Fotos oder Videos mit ihren Handys und versehen diese mit Titeln oder lustigen Filtern. In Internetforen für Jugendliche mit Liebeskummer findet man verzweifelte Posts: „Warum snapt sie nicht zurück?” Im Ernstfall kann man über Snapchat auch telefonieren. Der große Erfolg der App besteht darin, dass sich die Fotos nicht wie bei WhatsApp automatisch auf dem Handy abspeichern. Stattdessen kann der Absender festlegen, wie lange der Empfänger das Bildmaterial ansehen darf. Außerdem raten Social-Media-Experten Unternehmen mittlerweile verstärkt dazu, neben der obligatorischen Facebook-Seite nun auch einen Snapchat-Account einzurichten. So finden sich bereits eine Reihe von Firmen und Medienhäusern auf Snapchat.

Wachstum zuletzt enttäuschend

Snapchat konnte 2016 gegenüber 2015 einen bemerkenswerten Zuwachs von fast 48 Prozent vermerken: Das sind 158 Millionen tägliche Nutzer. Diese Userzahlen kommen jedoch nicht annähernd an die von Facebook oder Twitter heran. Im letzten Quartal des vergangenen Jahres kamen zudem nur fünf Millionen weitere Nutzer zu Snapchat hinzu, Snap Inc. verzeichnete also eine deutliche Verlangsamung des Wachstums.

Investoren sind skeptisch

Im Börsenprospekt ist ein Warnhinweis vermerkt, dass Snap Inc. möglicherweise nie Gewinn erwirtschaften wird. Laut des Dokuments verlor Snap 2016 nämlich 514,6 Millionen Dollar. Dieser Verlust folgte einem Fehlbetrag von beinahe 373 Millionen Dollar im Jahr zuvor. Der Umsatz hingegen steigerte sich von 58,6 auf 404,5 Millionen Dollar.

Snapchat-Gründer

Abgesehen von diesen wenig überzeugenden Zahlen müssen Anleger außerdem darauf hoffen, dass sich die Gründer Evan Spiegel und Robert „Bobby” Murphy nicht zerstreiten. Denn gemeinsam halten sie fast 22 Prozent der Anteile sowie 44,3 Prozent aller Stimmrechte. So könnten diese beiden starken Figuren des Unternehmens jeweils im Alleingang bedeutende Entscheidungen blockieren. Sogar dann, wenn einer von ihnen das Unternehmen verlässt. Während Investoren also gespannt die weiteren Entwicklungen im Unternehmen verfolgen, snapen die User fröhlich weiter.

Von Florentina Hofbauer

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