Deutschland will schneller werden

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Datenübertragung im Länder-Vergleich. Foto: Microsoft
Datenübertragung im Länder-Vergleich. Foto: Microsoft

Fußball, Autos und Bier sind nur einige der vielen Steckenpferde Deutschlands. Schnelle Internet-Anschlüsse gehören noch nicht dazu. Die durchschnittliche Datenübertragungsrate beträgt hierzulande nämlich 8,7 Mbit/s. Somit landet Deutschland im internationalen Vergleich auf Platz 31. Den ersten Platz belegt hingegen Südkorea. Hier beträgt die durchschnittliche Geschwindigkeit eines Internet-Anschlusses 25,3 Mbit/s und katapultiert das ostasiatische Land somit im Ranking ganz nach vorne. Nach Hongkong und Japan schaffen es die Schweizer auf den vierten Tabellenplatz und sind somit Europas Spitzenreiter.

50 Mbit/s für alle

Angela Merkel will das ändern. Bis 2018 soll jeder Haushalt in Deutschland mit 50 Megabit pro Sekunde am digitalen Wandel teilhaben dürfen. Doch dahin ist es noch ein weiter Weg. Gerade der Ausbau des Internets in ländlichen Gebieten stellt eine große Herausforderung dar, da dieser bisher als wenig gewinnbringend galt. Um das ehrgeizige Ziel dennoch zu erreichen, werden momentan unterschiedliche Systeme erprobt.

Kooperationen unumgänglich

So setzt das Energieunternehmen Innogy, eine Tochtergesellschaft des deutschen Energieversorgers RWE, auf Glasfasernetze, welche überall dort verlegt werden, wo Stromleitungen gelegt werden. Doch auch die Methode des Vectorings wird in Betracht gezogen. Hierbei handelt es sich um eine Technologie, die über Kupferkabel bezogenes Internet schneller machen soll. Ob sich ersteres, zweiteres oder ein gänzlich anderes System schlussendlich durchsetzen und wie schnell Deutschland tatsächlich sein Ziel erreichen wird, hängt stark von der Deutschen Telekom ab. Diese wurde bereits verstärkt für ihre geringe Kooperationsbereitschaft mit anderen Unternehmen kritisiert, da sie nur langsam auf andere Wettbewerber zugeht. Denn der Alleingang eines Unternehmens scheint in diesem Mammutprojekt unmöglich zu sein. Einmal mehr sollte also der Blick nach Asien gerichtet werden, um sich von dortigen Strategien inspirieren zu lassen.

Von Florentina Hofbauer

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