Amazon Dash Button – ein Knopfdruck soll die Welt verändern

Amazon arbeitet weiterhin daran sich immer mehr im Alltag der Nutzer zu etablieren. Die neuste Idee für die Verwirklichung des Zieles ist der Amazon Dash Button. Per Knopfdruck wird den Bedürfnissen der Kunden nachgegangen. Eine Vision mit Ausbaubedarf.

Der Name ist Programm

Es kennen viele. Wie lästig es ist das kiloschwere Waschpulver in und aus dem Einkaufswagen zu hieven und nach Hause zu bringen. Für dieses Problem hat nun Amazon eine Lösung auf den Markt gebracht. Eine Mischung aus Autoschlüssel und Kühlschrankmagnet soll in Zukunft verbunden über WLAN und der Amazon App per Knopfdruck Waren bestellen. Aus dem Englischen „to dash“, übersetzt „rasen“ entstand der Amazon Dash Button. Ob Lebensmittel, Shampoo oder Taschentücher – viele unserer Alltagsgegenstände sind im Sortiment vertreten. Auf dem kleinen Plastikeinkaufskorb befindet sich neben dem Firmenlogo der Bestellbutton. Gleichzeitig dient dieser als Leuchtdiode, der den Käufer über den aktuellen Bestellstatus auf dem Laufenden hält. Dabei hat sich Amazon auf internationale Regeln gestützt – leuchtet er grün, ist alles Ordnung. Leuchtet er rot, dann nicht. Überlegt es sich der Kunde doch anders, hat er eine halbe Stunde Zeit zu stornieren. Verhältnismäßig lange, wo man auf der Seite selbst bis zu zwei Stunden nach der Bestellung noch absagen kann. Immerhin wird das versehentliche Ordern vermieden, dadurch dass selbst nach Öfteren drücken hintereinander nur eine Bestellung versendet wird.

Die Skepsis der USA

Trotzdem wird keine Lobeshymne für den „Raserknopf“ gesungen. Selbst die USA, die bekannt ist für ihre Experimentierfreudigkeit scheint noch nicht ganz überzeugt zu sein. Schon lange ist der Dash Button dort erhältlich und doch zeigt sich, dass viele Käufer ihn nur bis zu zwei Mal im Monat benutzen. Die Kommunikationsagentur fischerAppelt und das Marktforschungsinstitut Appino starteten eine Umfrage der potenziellen Nutzer des Dash Buttons. Dabei wurden 900 Männer und Frauen befragt. Das Ergebnis: Nur jeder Vierte kann sich vorstellen den Dash Button zu kaufen. Jeder Zweite dagegen kann es nicht. fischerAppelt Vorstand Franziska von Lewinski äußert Zweifel. „Wenn Konsumenten online einkaufen, erwarten sie, dass sie die Preise vergleichen, zwischen verschiedenen Produkten auswählen und die Produkte gegebenenfalls sogar personalisieren können“, sagt sie.

Beliebt bei Hackern: Umfunktionieren zum Eigenbedarf

Wie so oft ist der Verbraucher- und Datenschutz ein wichtiges Thema. Hacker haben es sich aus dem Amazon Dash Button ein leichtes Spielt gestrickt. Rein technisch ist der Button über das WLAN verbunden und stellt dabei für Kenner keine Schwierigkeit dar ihn umzuprogrammieren. So funktionieren sie den Button zu einer für sie nützlicheren Hardware um und bestellen so inzwischen beispielsweise Pizza. Oder ein Taxi. Andere nutzen den Dash Button als “Tracking“. Sie verfolgen Angewohnheiten ihrer Kleinkinder um auf diese Weise mit möglichst wenig Aufwand Statistiken durchzuführen. Wie oft es Nachts aufwacht, wie oft die Windeln gewechselt werden, wie oft es gefüttert wird. Alles mit dem Amazon Dash Button kein Problem. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Amazon selbst dürfte es wohl weniger gefallen, doch was dagegen tun können sie auch nicht.

Die Auswahl lässt nicht auswählen

Vor allem zwischen verschiedenen Produkten auszuwählen gestaltet sich schwierig. Aktuell stehen 32 Angebote zu Verfügung, darunter jedoch wenige Artikel gleicher Art. So kann zwischen den Preisen nicht verglichen werden und der Kunde ist immer an das aktuelle Angebot von Amazon gebunden. Zum Beispiel gibt es die beliebten Nudeln von Barilla nicht, stattdessen werden Leinsamen von der Marke Bio Zentrale vorgeschlagen. Diese Umgewöhnung fällt vielen schwerer als der Weg zum Supermarkt. Besonders  im Hinblick darauf, dass die Bestellung erst binnen 24 Stunden beim Kunden eintrifft unabhängig davon ob man Amazon Prime Nutzer ist oder nicht.

Insgesamt steckt viel Potential hinter der Idee Alltagsprodukte auf Knopfdruck bestellen zu können. Jedoch stellt er bisher keine positive Alternative zum Einkaufen dar. Und so wird man wohl vorerst nicht um das zeitaufwendige Einkaufen drum herum kommen.

Quelle Umfrage: http://www.wiwo.de/unternehmen/handel/amazon-dash-was-die-deutschen-per-knopfdruck-bestellen-wollen/14532182.html

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